Mittwoch, 12. November 2014

Diese Seite ist umgezogen!

Liebe Leser,

Ich habe meine Homepage neu gemacht. Ihr findet sie nun besser strukturiert und mit vielen neuen Beiträgen unter dieser Adresse:

http://borderline-selbsthilfe.jimdo.com/

Liebe Grüße,
Eure Cosmica

Montag, 5. März 2012

Vorwort

Liebe Ratsuchende,

dieser Blog beschäftigt sich mit allem, was Menschen helfen könnte, mit "Borderline" umzugehen.

Die Texte habe ich über viele Jahre zusammengetragen, sie stammen von Betroffenen, die ihre ganz persönlichen hilfreichen Gedanken mit anderen Borderlinern teilen möchten.
Ich habe die Erfahrung gemacht, dass sich viele "Standard-Notfallkoffer" damit berreichern lassen, denn dieser Blog geht etwas tiefer, als "Igelball kneten" und "tief durchatmen" ;-).

Eure Cosmica Sinefinem

Dienstag, 9. August 2011

Grundprinzip "Innere Achtsamkeit"

Selbstreflektion

Stehen wir ganz dicht vorm spiegel, sehen wir in unsere augen. Je mehr wir zurücktreten, desto mehr können wir uns sehen - mit je mehr abstand wir uns betrachten, desto vollständiger wird unser bild von uns.

Emotionen machen uns ständig probleme, weil sie so stark sind, uns überwältigen. Wir fühlen viel intensiver als andere menschen. Darum reagieren wir viel intensiver als andere menschen. auf außenstehende wirken wir so "hysterisch", "völlig überzogen", "unangebracht". Unsere gefühle scheinen oft, nicht gerechtfertigt zu sein. Oft ist uns das gar nicht bewusst. Für uns ist es manchmal nicht nachvollziehbar, dass andere menschen NICHT so reagieren würden, wenn sie in der gleichen situation stecken würden. Aber oft auch leiden wir selbst mehr unter unseren "ausbrüchen" oder "krummen gedanken" als die außenstehenden, weil wir selbst merken, dass wir überreagieren, uns selbst damit auf die nerven gehen, es aber trotzdem nicht abschalten können. Unsere emotionen sind anstrengend für uns selbst und wir müssen lernen, besser damit umzugehen. Eine situation und eine angemessene reaktion darauf, ein umgang damit, der uns nicht unnötig fertig macht... das kann man lernen! Alles beginnt damit, sich selbst zu erkennen, sich selbst zu reflektieren.

Um Reaktionen von anderen auf unsere reaktionen zu verstehen, hilft es immer, sich in die lage des anderen zu versetzen, in die lage eines außenstehenden und dran zu denken, dass er viel viel weniger intensiv fühlt.


Emotionen erkennen, einschätzen und bearbeiten


Emotionen entstehen automatisch, sofort und ohne vorwarnung. Das können wir also eher schlecht beeinflussen. Also stehen wir da mit dem gefühl, es hat uns überrumpelt und wir sind überfordert. Wenn wir lernen wollen, mit ihnen umzugehen, müssen wir folgendes tun:

1. Akzeptieren

erlaube dir das gefühl! Du musst es nicht mögen, du musst dich nicht mit dem gefühl anfreunden. Aber dagegen anzukämpfen macht es nur schlimmer. Akzeptiere, dass du so empfindest, wie du empfindest. Denn nur, in dem du es erstmal akzeptierst und ihm raum gibst, kannst du das gefühl verstehen und verändern.

2. Erste aktive Maßnahme

Gefühle sind immer selbstgemacht. Sie sind die summe unserer gedanken. Schlechte gedanken, machen ein schlechtes gefühl. Unser gefühl beeinflusst daraufhin wieder unsere gedanken. Ein teufelskreis... das gefühl macht aber noch mehr: es engt unsere wahrnehmung ein. Es beeiflusst unsere körperhaltung, unseren gesichtsausdruck. Und es drängt uns zu handlungen. Das gefühl selbst, tut also alles dafür, beibehalten zu werden. Wenn wir versuchen, alle außenfaktoren umzukehren, also das gegenteil von dem machen, was das gefühl uns versucht zu diktieren, schaffen wir es, das gefühl zu verändern. Wenn wir deprimiert sind, will unser körper die schultern hängen lassen und schmollen: also setzen wir uns aufrecht hin und grinsen! Auch wenns zuerst bescheuert klingt und wir uns damit auch echt lächerlich fühlen, ist egal, mach es einfach! Und dann mach das gegenteil von dem, was das gefühl willst, dass du machst. Du willst schmollen? Sing ein fröhliches lied. Versuche auch auf jeden fall aus dem tunnel der momentanen wahrnehmung auszubrechen. Es ist grad nicht alles kacke! Und zu guter letzt: denk bloß nicht, an all den mist, der dir grade im kopf rumschwirrt. Versuche an was anderes zu denken, was überhaupt nicht dem gefühl entspricht.

3. Weitere Vorgehensweise

Hinterfrage, woher das gefühl kommt, was es ausgelöst hat. Oft sind es sachen, die wir gar nicht wahrhaben wollen, die wir vor uns selbst verbergen weil die erklärung für eine reaktion nicht "gesellschaftstauglich" wäre. Also: sei ehrlich zu dir selbst. z.B. "ich war wütend, weil ich nicht im mittelpunkt stand", "ich war neidisch, weil jemand etwas besser konnte als ich, obwohl ich diesen jemand total kacke finde", "ich bin eifersüchtig, weil mein selbstbewusstsein echt grade im keller ist und ich selber auch grade lieber jemand tolleres wäre, so wie die person, auf die ich eifersüchtig bin."


Übungen

Lerne, eine situation nicht zu bewerten – anfangen mit ganz einfachen sachen. Mit allen 5 sinnen ausprobieren, etwas zu beschreiben, ohne es zu bewerten. So kann man lernen, eigene emotionen und reaktionen mit abstand zu betrachten, zu verstehen und zu verändern. In der Therapie heißen diese Übungen "Innere Achtsamkeit".
Beispiele von Übungen:

Wenn wir das gefühl auf einem level haben, das erträglich ist: Was für konsequenzen hat unser gefühl? Was für gefühle werden folgen? Was können wir für gegenmaßnahmen ergreifen?

Unsere wahrnehmung richtet sich ganz nach unserer stimmung. Rational gesehen entspricht keine wahrnehmung der realität, weil wir immer aus unserer laune heraus etwas bewerten.

Ich werde im laufe der zeit noch einige beispiele mehr ausarbeiten und einfügen.


Gefühl: Eifersucht

Auslöser:
Jemand oder droht eine Beziehung zu einer wichtigen Person oder einer wichtigen Gruppe aufzubauen, deren Aufmerksamkeit ich für mich alleine haben möchte.

Wozu es dient:
Um einer starken Bindung viel Aufmerksamkeit widmen zu können und diese ebenso einzufordern. Um um wichtige Beziehungen kämpfen zu können, deren Verlust sehr negative Folgen hätte.

Gedanken:
- mein freund/in mag mich nicht mehr
- ich werde verlassen werden
- ich kann meinem partner nicht mehr vertrauen

Wahrnehmung:
- die Person auf die ich eifersüchtig bin wird lieber gemocht als ich, bekommt mehr liebe und aufmerksamkeit
- eigene minderwertigkeit
- ich bin total abhängig von meinem partner

Körperreaktion/ Ausdruck:
Eifersucht will nicht direkt erkannt werden, daher gibt es keine bestimmten erkennungsmerkmale.

Handlingsimpuls:
- der konkurrenz schaden
- die geliebte person kontrollieren, mistrauen und mit anschuldigungen zu konfrontieren
- sich selbst immer in den mittelpunkt rücken, besonders begehrlich und liebenswert machen
- klammern

mögliche Begleit- und Folgegefühle:
Wut, Hass, Trauer, Verzweiflung, Scham

Rechtfertigungscheck:
- wird die beziehung durch etwas reales bedroht oder ist es "nur so ein gefühl"?
- verändert sich die beziehung tatsächlich?
- Erhalte ich weniger aufmerksamkeit als folge dessen, dass jemand anderes mehr bekommt?


sinnvolle Reaktions-/Handlungsmöglichkeiten:
- reden mit freunden
- den partner darauf ansprechen (aber nicht ständig)
- aufmerksamkeit und überschwänglichkeit lassen im laufe der zeit durchaus nach. Überlege dir dinge, um dieses wieder aufzuwecken: sich für den anderen hübsch machen, etwas überlegen, was zusammenschweißt wie gemeinsame urlaube, erlebnisse etc., kleine aufmerksamkeiten ->ergo: sich um die aufrechterhaltung der körperlichen und geistigen nähe zu bemühen
etwas mehr zärtlichkeiten, mehr lächeln, den anderen zum lachen bringen, geborgeheit bieten...
- Achtung: alles gut dosiert, sonst wirds echt nervig!


Vorbeugung:
- Vertrauen! Ohne vertrauen kann eine beziehung nicht funktionieren. Ist das vertrauen geschädigt, überlege, ob es von dir aus kommt oder vom partner aus.


Gefühl: Wut

Auslöser:
- Bedrohungssituation für mich oder eine mir nahestehende Person
- Verletzungssituation, sowie emotional als auch körperlich
ungerechte Behandlung
- eine konzentriert ausgeübte Aktion wird von außen unterbrochen
- etwas "will nicht so, wie ich will", läuft nicht nach unseren Vorstellungen
- die Erinnerung an eine Sache, die uns in der Vergangenheit wütend gemacht hat

Wozu es dient:
- Selbstbehauptung, Ziele durchsetzen können
- Entwickeln von Ehrgeiz
- sich verteidigen können in Gefahrensituationen

Gedanken:

- klare Gedanken sind in dieser Situation.. ich sag mal... selten^^, mir fallen jedenfalls keine ein, es gibt nur noch Impuls, Impuls, Impuls und ich muss mich zu Gedanken ZWINGEN wie : "gaaanz ruhig bleiben, nur nicht durchdrehen..." usw.

Wahrnehmung:
- "Man sieht rot"
- Tunnelblick, dabei auf den Auslöser des Ärgers fixiert
- man fühlt sich sehr kräftig, gleichzeitig aber auch sehr verletzlich

Körperreaktion/ Ausdruck:
- Adrenalin! Muskeln spannen sich an, sind bereit zum kämpfen
- Fäuste ballen, Lippen zusammenpressen, schnellere Atmung
- Anwendung von Sarkasmus
- Energisches und provozierendes Auftreten und Sprechen
- "Arschloch!!!", "Scheiße!!!"


Handlingsimpuls:
- schreien
- etwas kaputt machen
- angreifen
- Aggressionen ausleben
- auf sich aufmerksam machen, Unterstützung und Verständnis - einfordern
- etwas "gerecht machen" wollen durch zufügen von eigens erlittenen körp. u. seel. Schmerzen
- komplettes Ausblenden von möglichen Konsequenzen


mögliche Begleit- und Folgegefühle:
- Rachegedanken, Kontrollverlust
- Hilflosigkeit, Machtlosigkeit, Verzweiflung
- Angst vor Konsequenzen, wenn man seiner Wut erlegen war und - dementsprechend gehandelt hat
- Scham, Selbstvorwürfe

Rechtfertigungscheck:

- besteht eine bedrohliche oder ungerechte Situation?
- Scheinen jegliche Bemühungen etwas richtig zu machen, sinnlos zu sein?
- Bleibt mir keine andere Wahl wütend zu werden und wütend zu handeln,um mich durchzusetzen?


sinnvolle Reaktions-/Handlungsmöglichkeiten
- besteht eine lebensbedrohliche Situation ist es immer sinnvoll (wenn es keine Fluchtmöglichkeit gibt bei einem überlegenem Gegner), sich mit allen mitteln zu verteidigen
- meistens hat wut ursachen, die für einen gegenüber nachvollziehbar sind, wenn man sie ruhig von eigenen standpunkt aus erklärt und sich ebenso aus dem anderen standpunkt die lage anhört ->eine gute vorraussetzung für einen Kompromiss
- akute Wutausbrüche/ akute Aggressionen sind keine Gefühle, die lange aufrecht bleiben. Sich zeit nehmen ist wichtig, um "runterzukochen", denn die Fähigkeit sinnvolle Entscheidungen über Handlungen treffen zu können wird besser, je nüchterner man sich der Konsequenzen bewusst wird, dann folgen:
- strategische, dosierte Maßnahmen, die die eigene Gefühlslage aufzeigen, die angestrebten Ziele durchsetzen, jedoch immer dabei bedacht, ein Verhältis nicht zu zerstören.
- Je wichtiger und bedeutender die Situationen für uns sind, desto wichtiger ist es, die eigene Wut wahrzunehmen und einzuordnen, kleinigkeiten, die uns aufregen, sind es nicht wert, deshalb schlimmere konsequenzen auf sich zu nehmen als es dauern würde, sich friedlich abzureagieren bzw abzuregen durch:
- entgegengesetztes Handeln, entgegengesetztes denken, entgegengesetzte körperhaltung
- gedankenstopp



Früherkennung und Vorbeugung:
- merke dir stets: NIEMALS IN DER WUT ENTSCHEIDUNGEN TREFFEN!!!
- erkennen, welche Ursachen bei dir Wut auslösen, hinterfragen, warum diese sache bei dir wut auslöst, einen anderen umgang damit üben ->
- dabei helfen durchgehen von szenen (gedanklich oder im gespräch) und deren bestmögliche auflösung (die gesetzlich, moralisch, etisch vertretbar ist) im vornerein zu üben
- egoismus ist nicht hilfreich
- mehr toleranz, nachsichtigkeit, offenheit lohnt sich
- in zukünftigen situationen, in denen zu erwarten ist, dass wut ausgelöst wird, kompromissbereitschaft signalisieren, einstieg in die situation mit versöhnlichen worten

Mittwoch, 4. Mai 2011

Minderwertigkeitskomplexe

Teufelskreis1




Auswege

- den Teufelskreis als solchen erkennen
- Reden
- Hilfe annehmen
- Erklären
- Probleme konstruktiv lösen WOLLEN, kompromissbereit sein
- sich überwinden
- nicht alles in sich reinfressen, aber auch nicht explodieren
- an sich was ändern WOLLEN

Neue Beziehung kurz nach einer Trennung

Ausschnitt aus einer Mail von Christian an Lisa, die beide grade eine Beziehung beendet haben und nun miteinander eine neue anfangen:

„.....Meine scheiss-Laune zieht sich übrigens noch bis heute. Als hätte sich ein Schalter umgelgt, so als bricht die Scheisse die ich in einem Schweinetrog über mir hertrage mit einem Mal auf mich ein.
gestern wurde mir klar, dass ich gedanklich und emotional bisher noch kaum eine Minute dran verschwendet hatte, mich mit dem tatsächlichen Aus der letzten 4 (einhalb) Jahre beziehung beschäftigt zu haben. Was ich dann seit gestern tue. Die schöne Zeit mit dir hat mich davon abgelenkt. Das ist natürlich schön, aber irgendwann bricht der mix aus trauer, wut, hass, eifersucht, vorwürfen, selbstvorwürfen, und dem ganzen scheiss über einem zusammen, was schreib ich Dir, du kennst es selber. Hätte nicht im Traum dran gedacht, dass es diesmal bei mir so sein wird.
Und: hurra die panik, irgendwann wieder komplett alleine zu sein, hat mir auch noch gestern den selben schlag in die fresse gegeben wie schonmal, als ich Monika nach einem jahr verlassen wollte....“

Lisas Antwort:


„...dass uns das trennungsgefühl irgendwann einholt, war mir schon von anfang an klar, ich hab ja auch gesagt, dass es tage geben wird, in denen ich wegen Nils heulen werde und dass du irgendwann dazu kommen MUSST, wegen Monika ähnlich zu fühlen. Ich kenn das ja, schon mehrfach immer die gleiche prozedur erlebt. Für mich sicherlich mehr routine als für dich. Ulkig übrigens, dass das bei uns unabhängig voneinander gleichzeitig passiert, ich hab diese phase nämlich seit sonntag abend, nachdem du mich nach hause gebracht hast. Geheult hab ich nicht, nur nen kloß im hals gehabt und mir überlegt, was ich eigentlich weggeworfen habe. Das sind so alarm-gedanken, die glaub ich bei fast allen menschen auf die gleiche weise funktionieren und man sie meistens nur nicht durchschaut kriegt. Erst nachdem einem auffällt, dass es immer das gleiche ist und tja, bei mir ist es halt immer das gleiche gewesen. Dieser hammer an schmerz und verlustgefühlen, eben genau dieser gedanke „ich hab mich eigentlich noch gar nicht richtig mit der trennung beschäftigt", seis man war in einer starre, oder abgelenkt... jedenfalls, das ist das alarmsignal, wenn im kopf beginnt, dass die erinnerungen die vergangene realität zu verfälschen. Plötzlich tauchen lauter gute szenen auf, wo alles super war in der beziehung, einem fallen die schönen eigenschaften der/des ex wieder ein, man kriegt das gefühl, dass das schöne viel häufiger war und dass es doch gar nicht so schlimm war alles, wie man dachte, man beginnt, den anderen zu vermissen, sehnt sich nach dem schönen kuscheln zurück, wär vielleicht sogar wieder drauf und dran, ins gewohnte nest zurückzufliegen... (vor allem tritt dieses verschrobene denken und fühlen ein, wenn man sieht, dass der ex ne neue hat und man sich vorstellt, wie sie kuscheln und alles schön und hach, man selber ist nix mehr wert für ihn, mein gott, was hab ich nur weggeschmissen...)
aber ich hab gelernt, dass das nicht real ist! Es gibt halt diese phase, wo man alles schlechte unterdrückt, mit seiner kraft am ende ist, sich über den anderen aufzuregen, vor der zukunft steht und ein großes loch voll einsamkeit, trauer, innerer leere und unnützigkeit sieht und dann im rückblick von den erinnerungen vorgegaukelt bekommt, dass damals noch alles so schön war, heile welt und ach, diese kleinen streiterein, da hätt man sich doch noch mal zusammenraufen können und da waren doch auch so viele dinge...
meist fällt in so einem moment der satz : „es war ja nicht ALLES scheiße und auch nicht IMMER!" das war bei mir oft genau der moment, wo ich mich angefangen hab, mich vor mir selber rechtfertigen zu wollen, mich geschämt habe, dass ich doch lieber wieder zum ex zurückgehen wollte, weil ich mich schwach gefühlt habe und angst hatte, alleine zu bleiben. Wenn mir jemand schon ankommt und sagt, „du das mit XY, das war ja gar nicht so schlecht und ich glaub, der hat mich gar nicht wirklich verarscht..." dann weiß ich immer schon genau, was sache ist.
tja, und wenn ich dann damals in meinen tagebüchern nachgelesen habe, was zu der zeit bevor ich schlussgemacht habe, wirklich real war, dann hab ich auch gemerkt, wie sehr meine erinnerungen mich versucht haben zu täuschen aus dieser panik heraus, die du vielleicht gestern auch hattest. Denn ich vertraue dem, was ich geschrieben habe und wenn da stand „boa, dieser bengel kotzt mich an, ich halts nicht mehr aus!", dann ist das die wahre realität und mir fällt wieder ein, stimmt, das ging so nicht weiter, gut, dass ichs beendet habe. Klar geht das auch immernoch mit vielem wenn und aber einher, aber grundsätzlich ist es so, dass man kein bisschen glücklicher wär, hätte man nicht schlussgemacht und du erinnerst dich sicher daran, wie du dich aus genau diesen gründen so ewig noch mit ihr rumgequält hast. Es bringt einen nicht weiter! Trennungsschmerz ist ein schritt nach vorne!!! der weg in die freiheit fühlt sich vielleicht stückchenweise nicht befreiend an, aber ohne beschwerlichkeiten kommt man halt nicht weiter! Und ich glaube, dass du es ohne die ablenkung durch mich, es nicht geschafft hättest bis hierhin, oder? Aber dich den ganzen weg lang „auf watte" zu tragen, das liegt leider nicht in meiner macht. Ist ja auch nicht sinn der sache. Egal, wie gut ich als ablenkung funktionieren mag, es kommt doch immer wie ein hammer, früher oder später, und schlägt dir die fresse ein.(...)”



Situation: ich hab mich von meinem freund/ meiner freundin getrennt und habe eine/n neue/n. Mein/e ex leidet wie ein schwein, ich bin davon mehr genervt als das ich mich geschmeichelt fühle und wünsch ihm/ihr, dass er auch endlich ne/n neue/n kriegt. DANN: er/sie hat nen neuen partner, und ich – fühle schmerz und eifersucht!!!

Die realitätsverschiebung bezüglich der vergangenheit setzt ein und dass ich auch längst ein neues glück gefunden habe, kann diese gefühle trotzdem nicht überdecken, denn sie löschen sich nicht gegenseitig aus, neben dem glücklichsein kommt tatsächlich noch diese trennungsfühlscheiße seprat dazu, die zwar nix am glück auf der einen seite ändern, aber sich dadurch auch nicht ausgleichen lassen.
WAS IST DAS?


Herzlichen glückwunsch! Du hast ein herz! Du bist kein kalter gleichgültiger mensch. Die tatsache, dass du schmerz und eifersucht empfindest, dein stolz möchte, dass er dir wieder hinterherrennt und du ihm sein neues glück misgönnst ist ein zeichen dafür, dass dir wirklich was an ihm gelegen hat. Das bedeutet: du warst nicht umsonst mit ihm zusammen, es war keine zeitverschwendung, du hattest gefühle, die dir wichtig waren. Das bedeutet nicht, dass es falsch war, ihn zu verlassen, ganz und gar nicht. Und jemanden verlassen befreit nicht von trennungsschmerz, deine gefühle sind absolut normal! Na klar fühlt es sich besser an, wenn einem der ex noch eine weile zu füßen liegt und man von oben auf ihn herab sehen kann, das macht allen menschen in jeder branche spaß. Und dann das gefühl „plötzlich abgeschrieben“ zu sein, nicht mehr auf nummer 1 zu sein, klar, das ist kränkend und es ist peinlich, dann mit dem schmerz und der eifersucht daherzukommen, man möchte oben bleiben und drauf herabsehen, es fühlt sich an wie eine persönliche niederlage, aber ganz ehrlich: so zu fühlen ist normal, dein ex fühlt sich ganz genauso. Auch seine neue ische kann den schmerz von dir nicht ablenken, es kommt etwas zusätzliches hinzu, aber es löscht nicht das feuer. Sich durch die nacht zu vögeln, neue leute aufzureißen hilft leider nicht gegen schmerz, und frag dich mal, wie seine neue sich fühlen muss... du warst sicher auch schon mal in ihrer position „ meine neuer freund trauert seiner ex hinterher“, „ich bin doch nur eine ablenkung von ihr, aber ich kann ihn nicht glücklich machen, den schmerz muss er ganz alleine ausbaden“, „mein neuer freund redet die ganze zeit noch von seiner ex, er hat eigentlich keine augen für mich“, „ich bin das erstbeste was ihm nach seiner ex über den weg gelaufen ist und nicht bei 3 auf den bäumen war... da ist keine liebe für mich drin, er liebt sie!“ und so kann man das ewig fortspinnen.

Tja, wie gehen wir nun damit am besten um? Wir sind eifersüchtig, denken eben dieses verschrobene, alles war doch so schön, warum hab ich ihn verlassen, unser stolz ist verletzt, wir wollen, dass er uns wieder hinterherrennt oder zumindest leidet wie ein schwein und wollen selber glücklicher sein als er und ihm das auch zeigen.

Hier erstmal die absoluten No-Goes,

die von unreife, selbstunsicherheit und erbärmlicher dummheit zeugen, die uns zwar als erstes einfallen, weil sie in unserer impulsiven natur liegen, aber trotzdem nicht von uns besitz ergreifen sollten:

-> übermäßige euphorie ausstrahlen und so tun, als würde man sich für den anderen freuen
-> dem ex eins nach dem anderen auswischen wollen indem man ständig solche „wer-ist-glücklicher-show“ startet, vor dem ex mit dem neuen rummacht usw. glücklich sein ist kein wettstreit, glück ist:

"Das Glück liegt in unserer Einschätzung und nicht in der Sache selbst; und man ist glücklich, wenn man hat, was man liebt, nicht wenn man hat, was die anderen für liebenswert halten."
(Francois de La Rochefoucauld)


frag nicht sowas wie „und wie läufts mit...“, wenn du es eigentlich gar nicht wissen willst, und nur fragst, weil du demonstrieren willst, wie egal es dir ist. Er wird dir IMMER erzählen, wie toll es ist und wenn er sieht, dass dich das nicht verletzt, dann denkst er sich immer tollere sachen aus, irgendwann muss es dir ja mal wehtun und die grenze bis da zu finden, ist genau sein ziel, weil er dich auch leiden sehen will, es dir zurückzahlen will, was du ihm angetan hast und je mehr du deinen schmerz verstecken willst, desto mehr wird er dir wehtun, weil dich schon das kleinste bisschen eigentlich genug verletzt hat.

Betrüg niemals deinen neuen freund mit deinem ex, nur um noch mal zu gucken, ob der ex noch scharf auf dich ist und sich nochmal rumkriegen lassen würde und seine neue betrügen würde für dich!




und jetzt dazu, die Goes

du solltest dich wirklich aufrichtig versuchen, für ihn zu freuen und es ihm zu gönnen. Das bedeutet einkehr, denk darüber nach! Sei großzügig, sieh was du hast und gönne ihm das gleiche, schließlich hast du ihn mal sehr gemocht, darum sei edel und wünsch ihm weiterhin alles gute, das tut deinem eigenen gewissen gut! Wenn du dich in hass reinsteigerst, wird alles nur noch schlimmer, vergebe dir, ihm und dem lauf der dinge. Kapituliere! Das lässt dir ein weites welt, wenn du nicht mehr versuchst, an die spitze zu kommen, hast du ein weites feld vor dir und unendliche möglichkeiten. Setz dich nicht unter druck, zwinge nichts, lass ihn laufen, dann kannst du selbst auch besser laufen!

steh dazu, dass du leidest, vielleicht nicht vor anderen sofort oder in dem maße, in dem du es tust, aber sei ehrlich zu dir selber! Und ich glaube, es kommt auch ganz gut an, wenn du vor ihm zugibst, dass dir das wehtut. Vielleicht wird er dann über dich lachen und herziehen, (so wie du dir immer schön ins fäustchen gelacht hast), aber vielleicht ergibt das auch eine menschliche, ehrliche atmosphäre

Du hast dein neues glück... das gibt dir kraft, konzentrier dich darauf! Genieße es, die eifersucht geht vorbei, sobald du dich an den gedanken gewöhnt hast, dass dein ex ne andere hat. Dein glück, was du jetzt mit deinem neuen hast, wird schöner und schöner, je mehr du die trennung überwunden hast.

Dein ziel ist die gleichgültigkeit. Dazu braucht es zeit, versuche nicht krampfhaft, dass dein ex dir egal wird, das geht schief, bleib locker, lass dir zeit, lass den schmerz zu, nur so kommst du darüber hinweg.

Genieße den schmerz, denn er ist unerträglich, aber er ist auch wichtig, um dich danach wieder lebendig zu fühlen und das schöne wieder zu schätzen zu wissen!

Vergiss den tragischen konjunktiv... hätte ich doch nur niemals schluss gemacht, dann müsste ich jetzt nicht so leiden..... QUATSCH!!!!! du hast gelitten!!! ohne die trennung hättest du niemals das neue glück finden können. Es gibt kein zurück mehr, dafür ist das vorwärts schöner!!!

denk dran: es macht deinen ex nicht proportional glücklicher zu dem, was er dir an schmerz zufügt. Um umgekehrt genauso. Gegenseitig ausspielen raubt dir nur unnötig kraft. Lass ihn dieses spiel alleine spielen!

Sei erleichtert! Ohne sein hinterhergerenne kann es nun endlich weitergehen! Eure wege können sich endlich trennen, so wie du es wolltest! Sei erleichtert! Das schlimmste ist überstanden und aus und vorbei! Es kann weitergehen! Und auch dein schmerz, den du fühlst, bewerte als positiv. Je schneller er rausgelockt wurde, desto schneller kannst du ihn überwinden! Sei froh, das der damm gebrochen ist, jetzt kanns wieder losgehen! Du bist FREI!!!!!





wer die Asche aufkehrt, anstatt die Fackel weiterzugeben, hat verloren.

Liste gegen Paranoia, Eifersucht, Misstrauen aufgrund von “Erkenntnissen”

19.11.06
du bist plötzlich traurig, wütend, ängstlich, weil du glaubst, dein Partner würde dich betrügen? Du steigerst dich in negative phantsien rein und willst ihm sagen, dass dein vertrauen total im arsch ist?
-> analysiere, woher diese gedanken kommen könnten – wahrscheinlich bist du nur misgestimmt, weil er die letzten 2 tage keine lust hatte zu telefonieren, nicht zurückgeklingelt hat oder ihr aus anderen gründen keinen oder wenig kontakt hattet

du kannst mit ihm darüber reden, was dir aufgefallen ist, ihn fragen, ob er stress hatte in letzter zeit, aber komm bloß nicht mit vorwürfen oder sachen wie “ ich kann dir nicht mehr vertrauen” - das kommt für ihn aus heiterem himmel und verletzt ihn. Er wird das gefühl haben, dass er versagt hat und weiß weder wie, noch warum, wenn er hat sich doch immer lieb verhalten und nie igendwelche andeutungen gemacht o.ä.

Du weißt, dass das meiste, was du an wut, eifersucht, misstrauen spürst, nur deine einbildung ist. Paranoid – ist nicht nur ein wort, dass du so hinnehmen solltest für dich, sondern etwas, was du gar nicht merkst, dass es etwas mit dir macht, darum ist es so gefährlich! Paranoid sein heißt, fest daran zu glauben, dass das was du spürst realität ist, obwohl es nicht so ist! Du bist von etwas fest und starr überzeugt, was nicht da ist – das musst du erkennen und verstehen und dann überwinden.

Beruhige dich erstmal in akuten situatonen, rede mit deinem partner nicht über deine paranoiden gefühle – eifersucht ist etwas, mit dem man allein fertig werden muss und nach ein paar stunden oder tagen wirst du schon besser damit umgehen können, wenn du dir immer wieder klar machst, dass deine paranoia dich nur ärgern will. Wenn du das für dich ausmachen konntest, kannst du auch stolz auf dich sein, deinen partner nicht damit belastet zu haben und nicht in deine scheiß welt mitruntergezogen hast

“aber alles scheint so klar und logisch, als hätte ich die ganze zeit, wo ich glücklich war, nur ein riesiges brett vorm kopf gehabt!”
-> es ist illusion! Du glaubst, es ist eine erkenntnis, alles scheint so gut zusammenzupassen, aber wirklich: das meiste ist schwachsinn!!! du interpretierst viel zu viel rein in völlig harmlose dinge!!!

du fühlst dich im moment wahrscheinlich nur nicht genug bestätigt und brauchst mehr aufmerksamkeit. Du kannst aber nicht eine konstante steigerung von aufmerksamkeit erwarten! Irgendwann stagniert es auch mal und geht rauf und runter, das ist normal!!

du hast natürlich sofort angst, deine gedanken sind intuition, vorahnungen und werden bald wahr werden, vielleicht hast du auch schlechte erfahrungen gemacht, die ähnlich angefangen haben und deshalb laufen deine alarmantennen rund um die uhr auf hochtuor und du WARTEST förmlich auf das verlassenwerden, verletzt werden, betrogen werden, weil das deine krankheit ausmacht. Möglicherweise verwechselst du intuition mit verarbeitung! Du bist doch echt scheiße ;-) kannst einfach nicht für längere zeit glücklich sein! Immer willst dus dir schwermachen und ins offene messer rennen! Tus nicht! Nimm es mit humor! Es ist kein anschlag auf dich geplant, du wirst nicht verarscht, hintergangen und gehasst, verstoßen, nicht mehr liebgehabt! Deine paranoia ist kein grund, jemandem wehzutun, schon gar nicht dir selbst!

Bist du vielleicht eifersüchtig aufgrund der vergangenheit deines partners? Wenn du daran denkst, dass er vor dir mit jemandem zusammen war und mit demjenigen glücklich war, ihn geliebt hat? Katapultierst du diese vergangenheit in die zukunft und bildest dir ein, sie sei aktuell? Ein mensch definiertsich doch nicht durch seine früheren partner! DU vielleich, denkst du, weil du dich in beziehungen so abhängg machst! aber das trifft auf andere nicht zu! Eine beziehung ist nicht ALLES! Und darum ist dein partner nicht “DIE FRÜHERE LIEBE”, sondern ein mensch, der in der zeit, wo er mit jemand anderem zusammen war noch viel mehr gemacht hat, als pausenlos an ihn zu denken, ihn zu lieben, mit ihm zu schlafen, zu kuscheln, was auch immer! Er hat auch gelebt als individuum! Und dieses individuum hast du jetzt! Vergangenheit ist vergangenheit und nicht die gesamte vergangenheit hat etwas mit einer früheren flamme zu tun. Sie war nur ein teil davon, aber nicht ALLES!

Denk nicht so viel an die Menschen aus der Vergangenheit, es gibt einen Grund, warum sie es nicht in die Gegenwart geschafft haben!

Vertrau anderen menschen! Es ist überhaupt nicht wichtig, wieviel und ob der andere dein vertrauen verdient hat und es ist erst recht nicht wichtig, darüber nachzudenken. Interpretieren ist dumm. Kontrollieren ist verlieren. Einfach vertrauen! Einfach nur vertrauen! Und alles ist gut! :-)


“mit jemand anderem wäre ich viel glücklicher als mit ihm!”
> nein! Es gibt in jeder beziehung probleme, die man als aufhänger ausnutzen könnte, um das zu denken. Schätze, was du hast, wenn du im grunde damit echt zufrieden sein könntest!

1000 quälende Fragen

Dich quält eine Sache, die fallen 1000 Fragen dazu ein, die du klären möchtest und das alles am liebsten sofort?

deine fragen sind bestimmt nur solcher natur, deren antworten dir nicht gefallen würden. bestimmt sind die fragen im grunde völlig irrelevant und du suchst nur wieder nach "fakten", die dir schaden, dich traurig machen

denk nach, ob du die antwort nicht bereits kennst – dreht sich alles um irgendeinen scheiß, der dir durch den kopf schießt, weil person X 2,3 tage keine lust zum telefonieren hatte? ist im grunde nicht alles in ordnung? oder muss dich ein kleiner unwichtiger streit so fertig machen?

wenn es was fundamentales ist, dann ordne deine fragen, picke nur die wichtigsten raus, denk gründlich drüber nach, was davon schwachsinn ist (bestimmt mindestens 50 %) und FRAG DICH OB DU ES WIKLICH WISSEN WILLST

jemanden zu löchern, bis er total abgenervt ist, bringts übrigens auch nicht. damit setzt du andere nur unter druck, und sie werden dann evtl echt sauer auf dich und geben dir dann mit absicht fiese antworten, damit du ruhe gibst. na sowas willst du dann auch nicht höen – also lass es! du kannst niemanden zum reden zwingen, wenn es redebedarf gibt, dann signalisiere, dass du da bist für jemanden und er kommt von alleine an. und wenn jemand nicht mit dir redet, über etwas, was für dich schädlich sein könnte, dann will er dir damit einfach nicht unnötig den tag vermiesen und es alleine klären mit sich selbst oder anderen menschen, was doch im grunde auch ok ist, oder? du hast doch auch bestimmte menschen für bestimmte gespräche.

stell nie etwas in frage, was schön war!!! du wolltest was schönes und hast es bekommen , freu dich! frage dich nicht, ob es gespielt war oder ein akt des schlechten gewissens und derjenige dich eigentlich doch nicht leiden kann. er hat grad das gegenteil bewiesen, also versau dir nicht alles mit deinem misstrauen und deiner scheiß paranoia

du hast hohe ansprüche, was beziehungen zu anderen menschen angeht – diese zu erfüllen ist für diese teilweise sehr schwierig und du gibst ihnen vielleicht oft das gefühl, dir nicht gewachsen zu sein. und dann hackst du auch noch auf fragen rum, die dem anderen noch nie gekommen sind, erwarte nicht wirklich einen ausgearbeiteten vortrag.

du bist ein dickkopf. leider ist das kein dürfschein dafür, immer gewinnen zu müssen. durchsetzungskraft ist gut, aber überleg, wo du echt nur gegen eine mauer rennst und deine kraft sinnlos vergeudest.

es ist ok, wenn du was fragst, was nachhakst, aber hör auf, wenn du keine antwort bekommst. und dann frag nicht noch doof, warum derjenige es nicht erzählen will, dann bekommst du nur ne doofe antwort. auch wenn es dich noch so brennend interessiert und du glaubst, ohne diese antwort nicht weiterleben zu können – dreh dich 3 mal im kreis, koch dir nudeln, zähle alle cds, die du hast, sing ein lied – ach, guck an, du kannst ja doch ohne diese antwort leben! du kannst ohne sie sogar aufs klo gehen und atmen! ok, vielleicht weder essen noch schlafen, noch klar denken, aber das ist erstmal egal. akzeptiere diesen zustand, geh eine rauchen und sag dir immer wieder, dass dieses brennende interesse auch ein ende haben wird, ohne es zu befriedigen.

lenk dich erstmal 2,3 stunden ab, wenn du sauer bist, wegen einer nicht bekommenen antwort, aber such dir nicht selbst eine antwort, die ist nur scheiße, weil du dir nur eine suchst, die dir verdammt wehtut. sie kommt ganz automatisch, eigentlich kannst du dich jetzt schon drauf freuen und sie grüßen! denn eine beschissene antwort aus eigenem kranken kopf ist immer die erstbeste und schmerzlichste lawine, die dich überrollt und die du – weil du keine andere hast und dein gehirn so tut, als wäre sie lebensnotwendig – für die ultimative wahrheit hältst und daran festhältst, damit irgendwann die tatsächliche wahrheit nicht so reinhaut, weil sie vielleicht doch gar nicht so schlimm ist. tja, kacke, was macht man dagegen? abwarten und tee trinken! weiterleben, als wäre nichts geschehen. dichte was, was deinen gefühlen wiederspricht oder gleich: prinzip flamingomops. nach 2,3 stunden ist die wut vielleicht schon so weit abgeklungen, dass der andere wieder aufnahmefähig ist für eine kleine liebevolle, optimistische geste von dir – gib anderen das gefühl, dass du sie trotzdem lieb hast und sie keine totalen versager sind. erwarte aber nicht, dass sofort eine liebe gegenreaktion kommt, manche eingeschnappten leberwürste brauchen doch noch etwas länger um auszuschnappen. wichtig ist erstmal nur, dass du deine friedensbotschaft vermittelt hast. sie ist garantiert angekommen, darauf kannst du dich verlassen! manche sind nur zu stur, auch die weiße fahne zu schwenken oder wissen, dass sie noch nicht unwütend genug sind, um etwas nettes zu erwidern -> damit schützen sie dich doch auch gleichzeitig wieder. und weil du so lieb warst, kannst du da auf ne antwort warten, die nicht böse sein kann und die nicht auf ner unangenehmen sache beruht. ist doch schön, ne?

"eile heißt der wind, der das baugerüst umwirft" (der gute mensch von sezuan, bertolt brecht)

"wenn du lange genug am fluss wartest, kommen die leichen deiner feinde vorbeigeschwommen" chinesisches sprichwort, gehört von gil grissom, CSI

du fragst dich: "wie soll ich damit weiterleben?" – stell dir jeden tag dieselbe frage, irgendwann findest du die antwort! kommt zeit, kommt rat!

Streit in der Fernbeziehung

ist besonders schwierig, weil er sich hinzieht

lösen über telefon ist ungünstig, weil man sich nicht gegenüber sitzt und nicht mit der gesmten körpersprache arbeiten kann und sich nicht mal umarmen kann. Man muss dann auflegen und hat dann nichts mehr zum festhalten, ist total allein für vielleicht sogar über einen längeren zeitraum. Das zieht einen erst recht runter und führt vielleicht dazu, dass man das streiten am telefon vermeidet und die diskussion verschiebt auf das wiedersehen. Das problem bleibt über diese zeit ungelöst, du hast dann ewig zeit, sich in irgendwas schlimmes reinzusteigern oder es wächst gras über die sache, ohne gelöst zu sein und die selben konflikte kehren immer wieder. Und schließlich ist es doch so, dass man, wenn man sich dann endlich wiedersieht, die zeit, die man für sich hat, nicht mit streiten verbringen möchte.

Es sollte beiden bewusst sein, dass es trotzdem wichtig ist, den streit aufzuklären um für die beziehung einen weg zu finden, mit dem beide zurechtkommen

phasen, in denen man sich trotz der entfernung sehr nah fühlt und sich total liebt, werden oftmals viel zu wenig geschätzt, weil es einen im alltag nicht negtiv beschäftigt. Da fallen streits sehr viel mehr auf, weil sie sich so lange hinziehen, auf die stimmung drücken und tagelang nachdenklich machen. Sie wirken viel präsenter, gewichtiger als die schönen phasen, was zusätzlich belastend ist, aber nicht bedeutet, dass die beziehung schief laufen muss.

Viele probleme entstehen überhaupt erst in den phasen, wo man sich nicht sieht. Diese zeit ist eben schwer zu ertragen, wenn man lieber rund um dir uhr beieinandersein möchte. Das ist aber normal und kein grund zur panik. Es ist oft die entfernung, die die pobleme verursacht, nicht die beziehung an sich. Das auszuhalten erfordert viel stärke, aber das verbindet auch stark! Ihr seid stärker zusammen als paare, die sich jeden tag sehen können, geht durch dick und dünn und die zeit, wo ihr euch nicht seht ist es nunmal dünn. Freut euch auf die dicke zeit! Nicht den mut verlieren! Sieh die fernbeziehung auch als chance, viel freiraum und dein eigenes leben haben zu können und diesen zustand zu trainieren, unabhängiger zu sein.

Liste gegen Wut und Depression, weil du dich vernachlässigt fühlst

niemand, sei es auch der mensch der dich bzw. den du am meisten liebst – niemand ist geboren um 24 stunden am tag über wochen, monate jahre lang in bereitschaftsdienst für dich zu sein

niemand wird tag und nacht NUR an dich denken. Das bedeutet aber nicht, dass derjenige dich nicht lieb hat!

jeder mensch hat ein eigenes leben und opfert sich nicht für dich auf. Dass DU dich aufopferst für andere ist ein fehler! Verlange und erwarte nicht, dass andere den selben machen!

Du kannst leben ohne den menschen, auf den du dich fixierst! Mach dich nicht selbst so abhängig und hilflos! Dräng dich nicht freiwillig in die opferrolle – wenn dich jemand gegen deinen willen unterdrücken würde, würdest du sofort ausbrechen und ganz viel kraft und trotz dafür haben. Nutze diese stärke!

Du weißt, dass du geliebt wirst! Auch wenn es dir nicht ständig jemand bestätigt! Du wirst geliebt und das wird sich nicht so einfach von heute auf morgen grundlos ändern. Du wirst nicht verlassen!

Sei nachsichtig mit männern: du weißt doch, dass sie schwierigkeiten haben, aufmerksamkeit zu zeigen und einfach nicht daran denken, dich mit liebesbeweisen zu überhäufen, weil es für sie selbstverständlich bleibt. Sie können nicht gleichzeitig einkaufen gehen und an dich denken, aber die liebe ist doch dann nicht weg! Du kannst gleichzeitig einkaufen, telefonieren, an liebe denken... . männer können das nicht, sie sind biologisch, genetisch so gemacht :-P

Stehst du in letzter zeit unter stress? Hast du alpträume? Schlafstörungen?

Warst du in letzter zeit unzufrieden mit dir, deinem körper, deinen leistungen? Hast du gegenüber irgendjemandem ein schlechtes gewissen oder andere zwischenmenschliche probleme?

All solche sachen ziehen dich unbewusst stück für stück mehr runter -> es kommt schon mal vor, das irgendwann ein gewisses maß voll ist und sich so viel heiße luft wegen eigentlich nichts angestaut hat und du überreagierst! Real, logisch erscheinende wahnideen sind bloß illusion, du brauchst gar nicht drauf zu achten! Ist das nicht schön zu wissen? Es ist alles nicht real, du steigerst dich nur in kleinigkeiten rein, die kein problem darstellen, wenn du nur vernünftig und erwachsen drüber nachdenkst.

Überwinde deine lust zum schmollen!

Versetz dich doch mal in die lage desjenigen, von dem du dich vernachlässigt fühlst. Denk nicht daran, was DU tun würdest, DU als aufopfernder mensch, sondern denke pragmatisch, wie der andere die sache sehen könnte. du wirst feststellen, dass du dir den stress ganz alleine machst und niemandem die schuld geben darfst! Du nervst und machst andere traurig mit sowas!

Du hast viel romantischere, zum teil unrealistische wünsche und vorstellungen, bist in dieser hinsicht gern egoistisch und denkst, bloß weil DU diese wünsche anderen erfüllen würdest, wäre es passiv genauso. Aber diese wünsche entspringen deiner hypersensibilität und deiner traumatischen angst davor, verlassen und nicht geliebt zu werden. und sie werden schon gar nicht erfüllt, wenn du sich in die opferrolle drängst und passiv darauf wartest, dass es passiert, ohne dem anderen jemals, oder zumindest viel zu selten zu sagen, was du dir wünschst, erhoffst. Wenn du mit jemandem drüber redest fällt dir allein beim aussprechen schon oft auf, wie albern du sein kannst! Löse dich mehr von diesen wünschen und sei nicht enttäuscht! Sieh, was du hast und freue dich darüber, es gibt bestimmt ganz viele dinge, die du mehr zu schätzen wissen könntest! So wie du von anderen erwartest, dass sie die vielen kleinen schönen dinge an/ mit dir zu schätzen wissen, neben deinen vielen macken und launen. „Immer auf der Grenze sein“ bedeutet auch, dass du stets die oberste grenze alle gefühle suchst, auch die des glücksgefühls. Aber du KANNST nicht ständig auf den grenzen leben, schon gar nicht auf der euphorie, weil das gefühl genauso irgendwann abstumpft, wie alle anderen. Und immer mehr bieten kann dir das leben nicht, schon gar nicht normale menschen, von denen du abhängig bist. Deine grenzsucht ist für andere menschen surreal und du solltest lieber in der realität leben, denn da leben die anderen! Nur so wirst du zufrieden! Ansonsten findest du nur wieder die grenze nach unten.

<-++++++++++++ IIIIIIIIIIIIIIIIIIIIIIIIIIIIIIIIIIIII +++++++++++++++->

das ++++ sind die bereiche, in denen du lebst. Versuche in den bereich der normalen menschen (IIIIIIIIIIIIII) zu pendeln, sonst können sie mit dir nicht mithalten und fühlen sich überfordert und du dich vernachlässigt. Es mag langweiliger sein, im "normalen" bereich zu leben, aber du hast die besseren fähigkeiten, du bist die einzige, die sich anpassen kann von euch. Also tu es und es wird sich für jeden lohnen! Du KANNST mit kleinen dingen glücklich sein!

du setzt andere nur unter druck, vor allem, wenn sie dir sagen, sie brauchen zeit für sich selbst, abstand von dir und es macht alles nur schlimmer, wenn du dich ständig in den mittelpunkt drängst, dich ständig meldest, antworten haben willst und nicht abwarten kannst.

-> du musst lernen, andere wünsche zu respektieren, auch wenn du sie nicht verstehst!

-> Abstand ist genauso wichtig für eine beziehung wie nähe
Manche menschen BRAUCHEN distanz! Mehr als du! Aber das heißt nicht, dass du ihnen deswegen weniger wichtig bist. Sie nehmen sich ja die distanz, weil sie wollen, dass es langfristig mit dir funktioniert. Und sie kennen sich selbst meist sehr gut und wissen, das es für keinen von euch ein vorteil wäre, bedürfnisse zu ignorieren.
-> Dräng dich nicht auf, akzeptiere andere bedürfnisse, andere entscheidungen, auch wenn sie dir nicht gefallen. mach nicht alles noch schlimmer, nur weil du es nicht aushalten kannst – hinterher machst du dir vorwürfe und es tut noch mehr weh!

Sonntag, 1. Mai 2011

We're on the strange side

We are the black ones
demanding darkness
while light is bleeding
a mysterious kind once

We are the rain
falling from heaven
bursting into splinters
licking your brain

We are the shadows
cuddling with nightmares
fading behind you
they still call us psychos

31.8.2010 (Ki.So., 23 Jahre)

...

Du siehst deinen Schatten nur wenn hinter dir Licht ist. Dreh dich um und geh einfach zurück.

Dez.08

Die Rose

Es regnet
bis dein Fleisch aufblüht
und das Dunkel ergießt sich
über dich
Läuterung und Segen

Wenn die Blüte sich schließt
knuspriges Mal des Welkens
bringt Trost und Wonne
über dich
Resignation und Reue

Ein unbegraster Fleck Erde
der langsam ausbleicht
schreibt Episoden
über dich
Stigmata mit Treue

Beim nächsten Wettergram
eine verlockende Knospe
gewinnt Kontrolle
über dich
Widerstand zu verwegen

9.11.2009 (Seraphine, 22)

Schlaflos

Mein Schlaf zählte kaum 3 Stunden
doch so lang und leer war die Nacht
ich hab mich gewunden
hin und her, gesucht nach dir,
ins Nichts umfassten meine Arme
deinen Körper, deine Wärme,
meine Begierde drängt sich aufs Herz
es will schlagen im Takt mit deinem
ich will deine Haut berühren
will mich trauen, dich zu verführen
male am Tag diesen Traum weiter
und bange, dass er vielleicht doch platzt
wie eine Seifenblase
in der sich selbst Grau schillernd spiegelt.
Oder wird mit dem ersten Blick
der schöne Traum schon besiegelt?
ich verliere mich in Phantasien
wie deine Lippen sich anfühlen
Sind wir Magneten
getrennt durch 43 Wände
sprühen die Funken wenn deine Hände
meinen Körper und meine Sehnsucht finden
wann wird es geschehen?
und ich muss mich nachts nicht mehr winden...

5.3.09 (Heike)

Zugvogel

Das sichere Nest verlassen jedes Jahr
nie gelernt ein stabiles Nest zu bauen
das die Winter übersteht,
rastlos gezogen nach warmen Orten
aber auch dort nur für kurze Zeit
es gibt nie ein Zurück ins alte Nest
und nie ein Verweilen
Jeden einzelnen Zweig neu zusammengetragen
und dann doch wieder auf und davon
Flucht vor der Kälte,
der Zugvogel bekommt kein Winterfell
und er wird niemals einen Winter überleben.

3.12.2008 (Kerstin, 20)

Der Wolf und die Nachtigall

Wo die Wölfe den Mond anbellen
Und warten, dass sich Herzen dazugesellen
Wartet einer auf Liebe
doch leider vergeblich
Denn seine Liebste kommt diesen Weg nicht
Sie folgt seinen Zeichen
Solang die Sterne leuchten
Vorbei ist alles mit dem Morgenrot
Dann kann sie nicht weiter
Und ihre Liebe spielt Tod
Es bleibt nur diese eine Nacht
Wo der Vollmond über die Liebe wacht
nur wenn der Wolf sein Rudel verlässt
Um seinen Schatz allein zu finden
Und die Nachtigall den Sternen folgt
Bevor sie verschwinden
Dann kriegen sie sich
Und werden eins
Der Wolf braucht ihr Herz
Er hat sonst keins
Er hört ihren Sang,
und folgt in die Schatten
ihre Liebe ist draußen
umgeben von Ratten.
Und ihr Herz pulsiert
nur in seinem Innern
gewährt einen Augenblick Leben
kurzes Glück den Gewinnern.
Verloren am Tag
schweigen wie Pest
der Wolf starrt sehnsüchtig hoch
zu dem Nachtigallnest.
Doch er bleibt ein Wolf
So oft der Mond sich mag biegen
so schön die Nachtigall singt
Er wird doch niemals fliegen.

11.07– 25.8.08 (Martina 20/21)

Wahrheit oder Pflicht

Grenzen auf den Mittelpunkten
kreisen um die selbe Achse
Weite sieht sich stets umzingelt
kleiner wird, was stetig wachse

Wer leise schreit wird überhört
wer lauthals schweigt gewinnt das Ohr
wer nie was hört und zu viel kreischt
der wird betäubt vom stummen Chor

Zeiger türmen sich auf Uhren
spalten wird sich was verbindet
fallen wird wer laufen lernte
brennen wird wer Rettung findet

24.9.07/ 17.11.09 (Steffan)

Lieben auf der Überholspur

Die Antwort ist: ich kann nicht anders.
Ich bräuchte lieber länger für den Weg
um ihn mit dir gehen zu können
als immer schon am Ziel zu sein
und endlos zu warten
einsam
immer mit dem Blick auf die Uhr
und meine Fußspitze tippt die Zeit
tausend Jahre
und die Häuser fallen ein
Beton zerbröckelt zu Staub
Du kommst zu spät.
Es zerreist mich Schmerz
Ich steck mein Herz
in meinen Rucksack
in dem ich alle meine kaputten Herzen sammle
die es mir schwerer machen
aber mich nicht langsamer
Erst jetzt fragst du, warum ich dich liebe
aber da bin ich schon weg
Ich renne weit und weiter
suche weiter weit und breit
käme nur einer der auch nicht anders kann
der so liebt wie ich
der mich einholen könnte...
Ich bin schon wieder am Ziel
und warte auf den nächsten
seh die Sonne wandern
rauf und runter rauf und runter
tausend Jahre
und das Gras verdorrt
der See ist ausgetrocknet
er kommt zu spät.
Und wieder mein Herz zerrissen
Ich bräuchte lieber länger für den Weg
als am Ziel endlos zu warten
und mich doch keiner abholt
Ich renne, suche, warte weiter
Tausend mal tausend Jahre
Meine Hoffnung zerbröckelt zu Staub
Mein Glaube an die Liebe verdorrt
Wenn mein Rucksack zu schwer ist
mich lähmt
ich keuchend liegen bleibe
du mich endlich findest und mitnimmst
weil ich nicht mehr rennen kann
weil es nichts mehr zu suchen gibt
weil alles, was es zu finden gab
in meinem Rucksack steckt.

14./15.4.07 (Katja, 19) für David und Albert Ostermaiers schneewittchen

Die Nacht ist ohne Schatten

Die Nacht ist ohne Schatten
steht zu ihrem Dunkel
dort kann ich mich verkriechen
wenn trüb mein Augen Funkel.
Unverlässlich ist der Tag
Wenn es wird nicht regnen
und Blitz und Donner meinen Schmerz
und Hass am Tage segnen.

Wenn die Strahlen Wolken brechen
Fluten jeden Raum mit Licht
geben sofort schonungslos
auf meinen Schatten freie Sicht
Wehmut größer stärker wachsend
machtlos ich dem grellen Himmel
ausgeliefert – Freundlichkeit ist
nur der Schein, verhöhnt mich achtlos
quält, verurteilt meine Seele
schöner Tag mein Herz auffrisst.

Genießen, Atmen, Freuen
lockt mich - und rennt weg
erzählt wie schön es ist
sagt, ich werd’s bereuen
die Fenster zu bedecken
mich vorm Tage zu verstecken
Friede mich vergisst.

Die Nacht ist ohne Schatten
Steht zu meinem Dunkel
gibt mir Schutz und Würde
wenn Schmerz und Hass sind Hürde
lässt mich frei und atmen.

Die Sonne ist mein Spott, mein Feind
Ich hasse, wenn’s mir dunkel ist
Und trotzdem mir die Sonne scheint.

15./16.3.07 (Maria, 19)

Scheitern

Pinseln, einst so farbenfrohen,
fallen matt die Haare aus

Spiegelscherben, scharfe Zacken
zeigen dein zerbrochen Selbst

Dein Erfolg war Perlmutt Glanz,
gibt Muscheln jetzt wie Sand am Meer

Brennnesseln gedeihen dreist,
auf deinem Bett, wo du noch schläfst

Schreibst ein Buch, das niemand liest,
in Stein gemeißelt schon dein Name

Lebensquell versiegt, dein Herz ist
Wüste – übrig bleibt nur Staub

14.-15.2.07 (Björn, 19)

Kommen, Warten oder Aufgeben

Der Liebe eines Fisches
Bist du wasserscheu
Kannst nicht schwimmen
Ich nicht atmen
Doch ich kämpf mich durch die Wüste
Komm zu dir

Der Liebe einer Riesin
Bist du nicht gewachsen
Eine Umarmung dich zerquetscht
Ein Kuss dich verschlingt
Ich warte auf dich
Bist du größer bist

Der Liebe einer Elfe
Du keinen Glauben schenkst
Bist blind und siehst
Nur was du sehen möchtest
Ahnst mich nicht
Ich geb dich auf

25.1.07 - 29.1.07 (Daria, 19)

sicher gehen wollen

Es gibt Menschen,
die jemanden wegschicken
nur um zu sehen
ob er wiederkommt

Es gibt Menschen,
die weinen stets heimlich
nur um zu sehen
ob sie jemand hört

Es gibt Menschen,
die bringen sich fast um
nur um zu sehen
ob sie noch leben

Denn es gibt Menschen,
die wurden gebrochen
Verkraften und sehen
anders als andere

Diese Menschen
können so viel geben
Die solltest du sehen
beim Aufstehen helfen

Denn es gibt Menschen,
die Unmögliches versuchen
nur um zu sehen
ob es doch klappt

11.1.07 (Katja, 19)

Flamingomops

Es war mal ein Flamingomops
Er stand nicht wirklich sehr graziel
Er fraß so gerne Früchte auf
Verlangte manchmal gar zu viel

Ein Krokomiez – sein fester Freund
Es lag im Fluss die meiste Zeit
Und sonnte sich und war sehr schwer
Zur Flamingomops’ Verdrießlichkeit

Doch beide hatten sich sehr lieb
Trotz vielen lästig’ Parasiten
Die sie benervten und sie juckten
Wie verbuckelte Banditen

Flamingomops pflegte zu flattern
Um sie schneller zu besiegen
Das Krokomiez ließ sie nur krabbeln
ein andermal sie wegzukriegen

Flamingomops raufte den Schnabel
Und zog dem Krokomiez am Bein
„Warum du flatterst nicht wie ich?“
„Ich bin doch kein Flamingolein!“

Bei Dämmerung sie nahmen sich
In Pfote und Flügel und stubsten lieb
Letztendlich war das doch das schönste
Auch wenn’s nicht immer kerzig blieb

Sie können nicht aus ihrer Haut
Ist die Moral von der Geschicht
Egal, wie tief man sich beschaut
Man blickt beim andern nie ins eigene Gesicht

6.12.06 (Daria, 19) in einer Situation akuter negativer Gefühle geschrieben, um abzulenken und Impuls positiv zu lenken

Sehnsucht

Ein allerletztes Mal umarmen
letzter Kuss vor leeren Tagen
ewig wird mich niemand wärmen
Augen an den Fotos nagen

Erinnerungen sind mir Nahrung
leben fort in Bild und Ton
kenn auswendig jede Bewegung
Fehlst mir life nach Stunden schon

In Tagträumen vergess ich meine
Achtsamkeit für's wache Leben
mal mir unsre Welt – es scheine
Sonne wird uns alles geben

Ich streich die Zahlen im Kalender
Zeit bis jetzt nur noch zwei mal
und dann sehn wir uns endlich wieder
dann ist Zeit vorerst egal

Bis dahin trotzdem unerträglich
je länger her, dass du bei mir
so langsamer läuft Uhrwerk täglich
Einsamkeit zerreist mich hier

Das Telefon ersetzt dich kaum
trotzdem auf mein Befinden wirkt
bestimmt den Stoff aus dem mein Traum
ob Alp er, oder Freude birgt

Manchmal lähmt mich Langeweile
sinnlos lieg ich und verderbe
manchmal brennt nervöse Eile
manchmal denk ich, dass ich sterbe

Die Distel, die im Bauch mich sticht
ist Angst, die mich so schmerzlich quält
möcht streicheln zärtlich dein Gesicht
doch was, wenn dunkelt unsre Welt?

Enttäuschung wünscht ich uns noch nie
hab Angst, Erwartung zu versagen
weil schon so viel Streit gedieh
will Glück und Liebe Früchte tragen

Was, wenn weinen, mach ich dann?
ich kann mich so nicht von dir trennen
brauch wovon ich zehren kann
ich will uns lachend und nicht flennen

Hab mir vorgenomm zu strahlen
mit jeder Stund die Spannung steigt
vor Freude, dich zu sehn, die Qualen
schwinden – wir ham's nicht vergeigt

Ein allerletztes Mal umarmen
letzter Kuss vor leeren Tagen
Zeit mit dir war schön im Warmen
Sehnsucht wird erneut mich nagen

26.10.2006 (Daria, 19)

...

Wenn ich ein Optiker wäre,
würde ich dir eine rosa-rote Brille schmieden.
Wenn ich ein Chirurg wäre,
würde ich dir dein verschlossenes Herz öffnen.
Wenn ich eine Hexe wäre,
würde ich dich mit einem Liebeszauber belegen.
Wenn ich eine Rose wäre,
würde ich nur in dir blühen
und die Schmetterlinge in deinen Bauch locken.
Wenn ich Elektrizität wäre,
würde ich machen, dass es bei dir funkt.
Wenn ich Musik wäre,
würde ich dein ewiger Ohrwurm sein wollen.

Aber ich bin leider nur dein kleines Mädchen,
das hofft, dass du dich in mich verliebst.

Amor hat die Pfeile für dich nicht vergiftet.
Lass dich bitte treffen!

13.10.2006 (Daria, 19)

Ich wartete auf Wände

Ich wartete auf Wände
wenn ich im Freien saß
mit dem Blick nach unten
dass ich den Himmel vergas

Sah ich eine Blume
sah ich keine Blüte
ich wollte sie nicht sehen
auch wenn ich mich bemühte

Ich hielt die Welt für schwarz
dort wo sie weißer war als
als nirgendwo, und weiß
wo Schwärze ganz und gar

Ich weinte über Tränen
und lachte meistens nicht
ich starrte in die Schatten
und bedauerte das Licht

Panisch rannt ich nur davon
und wähnte mich am End'
wo alles neu beginnt
wenn ich nur Ruhe fänd

Ich habe mich verlaufen
bin ab vom Weg und Sinn.
Reichst du mir deine Hand
und bringst mich wieder hin?

25.6.06 (Daria, 18)

Therapie

So wird mir nun mein Geist verklärt
der Zugang zu der Welt verwehrt
in der ich lebte tief und gern
ich werd beraubt und leb ihr fern
Den Preis für Weisheit wollt ich zahlen
und koste es mich Höllenqualen!
Mein Aug' um diese Welt zu schauen
mir rausgenommen, bleibt das Grauen
dem Weg nur geradeaus zu wandern
nie wieder wird das Bild sich ändern
verflucht zu werden dumm und blind
das nur, damit SIE glücklich sind

20.6.06 (Seraphine, 18)

...

besser jeder tropfen blut
als sprung
als sprang
vom fensterbrett
besser jeder schrei ins fleisch
als sing
als sang
ungehört und missverstanden
besser jede narbe
als stumpf
als stampf
schluck schluck die medizin
besser jede haut versteckt
als schwund als schwach
kotz kotz
besser jeder schnitt
als Tod
als eingesperrt
tropf tropf

16.6.2006 (Fabian, 18)

(Die Leiche der Tochter)

Gestern Abend Laub geklaubt
Harke streift die Haut
Strohpuppe hat’s gesehn,
sagt nichts
Eine Woge Korn bedeckt
Ihren früh’ren Traum

Was mühsam aufgetürmt
Zerfliegt beim Atmen schon
Und alles ist wie immer

9.5.06/ 12.6.06 (von Tochter, 18 an ihre Mutter)

Sommerabendkummer

kleine Gitarre
spielt das Lied der
Grillen und Nachtigallen
warmer Sommerhauch
und nasses Salz
zwischen den Saiten.
Tequila –

Tequila ein Nichts!
Singt nur weiter das Lied
bis die Melodie verschwimmt
tragisch
schläft ein

Und eine Mücke piekt
In die Hand
Sie saugt die Tränen
In die Augen zurück
Und aus der Haut

Ein Kitzeln das nervt
kratzen hilft

13./14.2.2006 (Franziska, 18)

Jeder Stein

Jeder Stein
Stein für Stein
hart und kalt
stur und stumm

Jeder Mensch
dicht an dicht
hart und kalt
stur und stumm

Jeder Blick
Schlag auf Schlag
fern und kalt
blind und stumm

Zufall: Träne
blinzelt - wach
weint und schreit
fühlt und sieht

nichts als Kälte

Jeder Mensch
je erwacht
sieht und fühlt
seinen Stein

(geht und stirbt)

20.12.05 (Franziska, 18)

In-die-Augen-Blicke

Seltsame Wege
Gedanken sind weit
alles im Zwielicht

Größer der Schatten
so kleiner der Mut
Worte verschwiegen

Herz will zerspringen
vor Sehnsucht und Angst
so ist die Liebe

19.12.2005 (Mara, 18)

...

Zeichen schleichen sich ein und streichen weich über mein Herz. Schmerz ist kein Scherz, drängt mich vorwärts zu der Frage, ob ich es wage und dir sage, dass ich seit jenem Tage nach dir jage. Ist dein Ziel das Spiel und spielst du nur zu viel? Oder willst du dir nicht eingestehn, dass wir schon zu weit gehen um nicht zu sehn, dass da mehr passiert, weil sich keiner von uns ziert und nach Zuneigung giert? Es ist schön, wenn wir uns gegenseitig wärmen, voneinander schwärmen, uns kennenlernen bis zu den Kernen, uns nicht mehr entfernen und ohne Bedenken Liebe schenken. Aber kann man das schon „Liebe“ nennen? doch wir können uns dazu bekennen, dass wir rennen und rennen, aufeinander zu und unzertrennlich aufeinanderprallen und uns entweder richtig verknallen oder doch wieder auseinanderfallen.

25.10.2005 (Mara, 18)

...

Ich leg mich auf die Schienen
Und warte auf den Zug
Ich klebe an den Rädern
Und alles voller Blut

Ich schmuse mit den Gleisen
Dann gibt’s nen leisen Knall
Es ist schön so zu verreisen
Denn dann bin ich überall

26.9.05 (Melissa, 18)

Frei

Lass alles fallen
Halt dich nicht fest
Komm nicht nach Haus
Hör nicht auf sie

Gib dir nen Schubs
Stoß dich hinab
Hab keine Angst
Fliegen wirst du

Freude ist nah
Einsam ist weg
Gelegenheit günstig
Lebe! Für Dich!

15.9.05 (Alex, 18)

ihr Lächeln

Sie lächelte mich an
Sie lächelte mir ihren gesamten Schmerz entgegen
Ihre stählernen Augen
Schrien mir ins Gehirn
Ein SOS-Funksignal
Gestochen scharf
Spaltete sich in tausend Nadeln
In meinem Kopf

Wie kann ein Lächeln
So von Schmerz geschunden sein?

15.9.05 (Cäcilia, 18)

...

schwanken zwischen Sehnsucht und Hass
Seele wie Wetter – trüb und nass
Demut und Schmerz – hart wie Eisen
über meinem Kopf die Geier kreisen

11.3.2005 (Claudia, 17)

Ein Garten voller brennnesseln
Ein Bett voller scherben
Ein Brot voller käfer
Ein Leben voll verderben

15.4.2005 (Claudia, 17)

...

Ist größter Feind der Inspiration
Nicht die Glückseligkeit?

Ist bester Freund der Kreativität
Nicht eine große Niederlage?

Ist der Sehnsucht Ende
Nicht die Erfüllung eines Wunsches?

Ist das Streben selbst
Nicht das Ziel?

Macht des Lebens Sinn
Nicht der Tod jedes einzelnen?

4.3.2005 (Katja, 17)

Feuer frisst

Verloren
Seele dürr wie ein vertrockneter Zweig
vom Baum aufgegeben
zwischen all den anderen verhungert

Hilflos
Seele dürr wie ein vertrockneter Zweig
sehnt sich nach Wind, der durch die Blätter rauscht
es wird Herbst
welk, tot

Zerbrechlich
Seele dürr wie ein vertrockneter Zweig
Feuer und Flamme für jede Illusion
ein Häufchen Asche was bleibt

Verbrenn dir am Rausch die Finger
und du verlierst nicht bloß die ganze Hand
Nein! Feuer frisst alles
alles
alles

30.9.2004 (Lucia, 17)

...

Von der Angst getrieben
tastet meine Hand nach dem Licht

Phantasie formt aus Schatten
Wesen

Fremde Augen ruhen auf mir
Mich versteckt die Dunkelheit nicht

Ich erschrecke, denn aus dem Spiegel
starrt jemand anders zurück

Eie Bewegung hinter mir,
doch ich bin allein

Endlich Licht!

Da ist nichts –
nur meine Angst

22.9.2004 (Daniela, 17)

...

Baby wird geboren
schreit
lernt laufen

Kind wächst heran
springt, spielt
ist fröhlich

Teenager denkt
selbstständig
Verantwortung

Teenager fühlt
Freundschaft
Liebe, Schmerz

Teenager entdeckt
Facetten des Lebens
probiert alles aus

Teenager und Drogen
findet's lustig
ab und zu

Diese Strophe
unmöglich
zu viel Warum

Teenager wird abhängig
merkt's nicht sofort
verliert die Kontrolle

Teenager's Seele
kaputt kaputter
braucht Hilfe

Teenager gibt auf
kann nicht mehr raus
verpasst den Rest des Lebens

17.1.04 (Lucia, 16)

Verstand vs. Herz

(Working Title: Irrwege gehen meine Gedanken)

Komplikationen sieht mein Realismus
Wunderschöne Zeiten, säuselt meine rosa-rote Brille
Schmerz, weiß meine Erinnerung
Glück, glaubt meine Hoffnung
Sinnlos, flüstert der Pessimismus
Verlangen? Fragt meine Unsicherheit
Na klar! Bestätigen mir die Zeichen
Tu’s nicht! Rät mir die Vernunft
Versuch es! Strahlt meine Sorglosigkeit

Nein! sagt mein Verstand
Ja! sagt mein Herz

9.3.2003 (Tina, 15 Jahre)

Es ist aus.

Das ewige Schwelgen
zwischen Hoffnung und Hölle
zerriss mich immer mehr

Das ununterbrochene Zweifeln
an deiner und meiner Liebe
gab mir keine Antworten

Das vage Versprechen
dass alles wieder gut wird
war eingeschlafen

Das tückische Lauern
der dunklen Entscheidung
machte mir Angst

Das dämmernde Warten
auf ein Zeichen von dir
war Zeitverschwendung

Die zahllosen Momente
in denen ich wegen dir weinte
ließen kein Lächeln mehr zu

Der spitze Schrei
meiner verletzten Seele
schärfte die Spannung nur

Die lähmende Gewissheit
dem Ende nicht ausweichen zu können
machte mich so hilflos

Die bedrückende Verzweiflung
(Ich hab doch getan, was ich konnte!)
schnürte mir die Kehle zu

Die enttäuschende Wahrheit
dass du alles zerstört hast
beleidigte mich zutiefst

Der zerrende Schmerz
brachte mich immer wieder dazu
zur Klinge zu greifen

Die flehende Sehnsucht
nach Geborgenheit und Zärtlichkeit
gabst du mir nicht mehr

Die süße Verlockung
nach Freiheit und Neubeginn –
ich konnte ihr nicht widerstehen

Ich fasste einen Entschluss

27.12.2002 (Tina, 15 Jahre)

Verschlossen sind deine Tore

Verschlossen sind deine Tore
Hochgezogen deine Brücken
Feindselig ragen die Mauern deiner Festung
Du lässt niemanden herein
Pfeil und Bogen liegen bereit
um jeden Eindringling zu erschießen
Du bist einsam
Es gibt niemandem in deinem kalten Gefängnis
Grau und trist verschleiert der Nebel die Sicht
Krähen fliegen schwarz und hungrig an dir vorbei
Du siehst dich um, es regnet
Die kahlen Felsen glänzen nass
Du atmest die feuchte Luft, du frierst
Niemand legt wärmend seinen Arm um dich
Verlassen stehst du, niemand redet mit dir
Schwarz und trübsinnig, alles so sinnlos
Du weinst, dein Schluchzen ist leise
Es vereint sich mit dem Rauschen des Regens
Niemand hört es, niemand tröstet dich

Du bist ein kalter, roher Stein
Niemand darf wissen,
dass auch du empfindest,
dass auch du Nähe brauchst,
aus Angst, sie könnte dich zerstören

Doch auch Eis sprengt den Stein.

12.9.2002 (Xenia, 15 Jahre)

Samstag, 30. April 2011

Regeln für Kritik und Streit

folgende situation: du wirst kritisiert von einer person die dir nahe steht

der erste weg zur stabilität ist aufrichtigkeit, kein falsches mitleid erzeugen wollen!!

lüg menschen nicht an nur um ihnen zu schmeicheln, damit sie dir nicht wehtun können im gegenzug bzw. du nicht wieder glauben musst, ihren schmerz in dich aufnehmen zu müssen um ihn beim anderen zu löschen bzw. mitleid hervorzurufen

wenn du schuld eingestehen willst, dann tue das nicht indem du dich in solche selbstbeschuldigungen reinsteigerst sondern, als normaler Mensch, gestehe ein dass du n Fehler gemacht hast und ertrage die Reaktion deiner mitmenschen, das ist der springende Punkt, du kannst dich davor nicht drücken indem du sagst dass du dich hasst.

man muss von einem menschen erwarten dass er seine mitmenschen gut behandelt aber es ist doch unsinn zu erwarten dass er sich dafür kaputt macht um zu beweisen dass er es ernst meint. wenn man jemandem nicht abkauft dass er etwas ernst meint, dann ist das ein Problem, das man untersuchen muss. Aber sich selbst offen sichtbar zu zerstören als reaktion auf kritik fördert nicht die glaubwürdigkeit

“das ist halt so: ich schlag jetzt alles kaputt um zu zeigen wie schlecht es mir geht. dann wird niemand mehr auf der kritik an mich beharren, sondern denken, oh mein gott, was hab ich ihr nur angetan mit der kritik, ihr gehts doch schon so schlecht"

ein Freund sagte in einem Konflikt der so verlief zu mir:
“das ist halt auch so typisch für dich, dass du dann sofort in krasse selbstvorwurfsorgien übergehst wenn man dich mit kritik konfrontiert, das musst du aber nicht, das kannst du auch versuchen dir abzugewöhnen, auch wenns sicher schwer ist. Ich weiß wie du tickst, du weißt wie du tickst, ich sag das nicht um mir die bestätigung zu holen oder dir wehzutun oder dir den schwarzen peter zuzuschieben. Du brauchst nicht sagen dass du dich dafür hasst und selbst wenn es so ist, es gibt keinen grund für dich dich selbst zu hassen, du hast niemanden umgebracht. Ich sag dir das einfach alles nur um die Situation etwas aufzuhellen und irgendwie n Weg zu finden den wir gehen können (...)
verantwortung umgehen ist vielleicht n passendes stichwort dafür, ich mein wenn man sagt, dass man sich für was hasst, wofür man grade kritisiert wurde, macht man es doch damit nicht wieder gut oder ändert etwas an der situation - man macht sie nur schlimmer und lenkt vom eigentlichen problem ab. das ist eben psychisches SVV. es stellt dich als menschen nicht in Frage wenn du nen Fehler machst oder anderen weh tust, das sind ganz normale sachen, die dich als Mensch nicht im Kern angreifen”



- Heulen, kindlich sein, selbstmitleid etc. das ist alles bekloppt! Steh zu dem, weshalb du kritisiert wurdest. Reagier erwachsen, es ist ok, sich mal daneben zu benehmen, es wird niemandem schwerfallen dir zu verzeihen, auch wenn du nicht einen auf zerbrechlich machst. Du must dir keine ausrede suchen, warum du dich daneben benommen hast, du musst dich nicht mit etwas aus deiner vergangenheit rechtfertigen, was dich traumatisiert hat oder sowas. Du hast nen fehler gemacht, das ist absolut in ordnung! Macht jeder. Gib deinem kritiker recht, bedanke dich dafür, dass er dich drauf aufmerksam gemacht hat, entschuldige dich aufrichtig und dann bitte deinen kritiker doch um hilfe, was ihr zusammen besser machen könntet und alles ist wieder gut!

Wenn du willst, dass jemand für dich da ist

12.3.2007

Bedenke, dass du vielleicht nicht der einzige bist, der Hilfe braucht und ihr euch nur gegenseitig helfen könnt, um weiterzukommen- erhoffe dir nicht, dass du nichts dazu beitragen musst, dass es dir besser geht

dein Gegenüber hat kein Allheilmittel, kennt nicht alle Antworten auf deine Fragen und hat keine ultimativen Lösungen für deine Probleme, er versteht nicht alles, was in dir vorgeht und hat möglicherweise in seinem eigenen Kopf auch ganz viel, was er selber nicht versteht und kann sich daher in deinen Kopf nicht 1:1 hineindenken!

Wenn du mit seiner Hilfe nicht weiterkommst, enttäuscht bist, dann mach ihn nicht dafür fertig, das laugt ihn aus und macht ihn hilflos und traurig. Und schieb ihm schon gar nicht, die Verantwortung dafür zu, dass es dir schlecht geht! Denn dann wird er künftig nicht wieder versuchen, für dich da zu sein.

Dein Gegenüber strengt sich bestimmt sehr an, aber du siehst es vielleicht nicht, weil es ihm auch peinlich ist, einzugestehen, dass er hilflos ist – sei dort nicht zu fordernd, respektiere das.

Dein Gegenüber kann dir vielleicht nicht helfen, weil er ein gaaaanz gaanz anderes Erfahrungsspektrum hast als du und mit deinen Gefühlen und Problemen noch nie zuvor konfrontiert wurde und somit total überfordert ist. Aber wenn du dann nur heulst und nicht sagst, warum, weil du denkst, er verstehts ja eh nicht, dann ziehst du ihn damit auch nur runter. Versuche, dein Befinden ganz einfach in Worte zu fassen, vielleicht wird es dann auch für dich einfacher, es zu begreifen.

Prinzipiell laufen die meisten Menschen vor Schmerz davon, sind gut im Verdrängen und wegsehen und wollen DEINE Schmerzen dann erst recht nicht zulassen und tragen müssen -> du kannst ein Stückchen stolz auf dich sein, dass du Gefühle zulässt und dich damit auseinandersetzt, auch wenn die Grenze zum Reinsteigern dabei oft voll überschritten wird. Die Frage ist nun: Wo hört zulassen auf und wo fängt reinsteigern an? Und wo hört pragmatische Betrachtung auf und fängt Verdrängen an? Wenn dein Gegenüber dich nun nicht verstehen kann und das genaue Gegenteil von dir ist, was dann? Möglicherweise könnt ihr viel voneinander lernen, denn die Wahrheit liegt bekanntlich immer irgendwo dazwischen.

Dein Gegenüber ist kein Arschloch, wenn er mal nicht für dich da sein kann!

Eifersucht

das gute an der eifersucht ist, dass man mit diesem gefühl ganz alleine ist und auch nur ganz alleine damit fertig werden muss. Warum das gut ist?
Weil: die intensität, mit der man auf leute eifersüchtig ist, entspricht nicht der intensität von gefühlen, die der betroffene, den man mit seiner eifersucht nervt wg einer anderen person (konkurrenzperson), empfindet, wenn er die gefühle für beide vergleicht
Eifersucht ist NUR in deinem Kopf und solange du sie nicht rauslässt, beeiflust sie auch rein gar nichts: das heißt, das gefühl von eifersucht ist überhaupt nicht gefährlich :-)! das ist toll, du kannst dir ganz in ruhe den unsinn ausreden und dabei schön den frieden bewahren und du wirst sehen: alles ist in bester ordnung :-)!
eifersucht kommt nur davon, wenn das eigene selbstwertgefühl angekratzt ist. DEIN selbstbewusstsein ist dein angriffspunkt, keine andere person!

Um eifersucht zu bewältigen ist es manchmal hilfreicher, nicht den direkten weg zu gehen, d.h. nicht den direkten auslöser und die direkte emotion und reaktion anzugehen, sondern etwas weiter auszuholen, tiefer in dir anzufangen etwas zu verändern.
Du kannst dich zwar hübsch finden, aber dennoch schnell abgewertet fühlen, denn eifersucht entspringt meiner erfahrung nach aus einem geringem selbstwertgefühl. Beim guten alten sich selbst lieben – da liegt der hund begraben.
Gefühle der eifersucht keimem immer dann auf, wenn man sich selbst in der nummer 1 position gefährdet sieht, sie zu verlieren. Nun – warum ist es so wichtig beim partner die nummer 1 zu sein? Weil derjenige selbst unsere nummer 1 ist. Das sollte aber nicht so sein. Mach aus dir selbst deine eigene nummer 1 und deinen partner höchstens zur nummer 2! du brauchst ein eigenes leben, das unabhängig von der beziehung funktioniert. Richte deinen tag, deine hobbys, eben alles was in deinem leben vorkommt nicht nach deinem partner. Das telefon klingelt, dein partner ruft an, während du grade deine lieblingssendung guckst. Geh nicht ran, guck deine lieblingssendung. Dann bist du eben grad nicht erreichbar, punkt.

Eifersucht steht dir und deinem selbstbewusstsein im wege, es ist nicht nur eine begleiterscheinung in beziehungen, sondern immer da und sobald ein anderer mensch in deinem leben eine wichtige rolle einnimmt, zeigt sich die eifersucht aktiv. Es spielt überhaupt keine rolle, ob dein partner treu ist oder untreu, ein frauen/männerschwarm ist oder im freundeskreis viele leute sind, auf die sich deine eifersucht fixieren könnte. Eifersucht tritt sogar manchmal auf, wenn man bei jemandem die nummer 1 sein möchte, selbst wenn diese person bei einem selbst nicht die nummer 1 ist. Man möchte für jemanden anderen so viel wert sein, weil man es sich selbst nicht ist.

Konflikte die aus eifersucht entstehen (den partner kontrollieren wollen,seine blicke beobachten ...), sind konflikte, aus denen kein kompromiss hervorgehen kann. Einer gibt nach und meistens sieht das szenario so aus, dass der partner sich eingeengt fühlt, anfängt zu lügen, (wenn beim männerabend frauen dabei waren dieses zu verschweigen etc.). immer ist er sehr bemüht, diese konfliktsituationen einfach zu umgehen, dinge die harmlos sind zu verheimlichen. Ist ja auch wahr, aus ner mücke nen elefanten zu machen bei jedem scheiß ist einfach anstrengend, das provoziert man ja nicht noch extra.. Das vertrauensverhältnis ist trotzdem gestört und das ist im prinzip der anfang vom ende. Irgendwann wird die eifersucht vielleicht berechtigt sein, denn wenn eine beziehung scheiße läuft und kein ausweg in sicht ist, neigt man logischerweise eher dazu fremd zu gehen, als wenn alles gut läuft. Wenn untreue also zum problemthema wird, noch bevor es überhaupt passiert ist, dann könnte das der auslöser zur untreue werden. Was natürlich kacke wäre. Gib deinem partner also erstmal einen großen vorschub an vertrauen, gönn ihm, anderen hübschen hinterherzugucken. Machst du das nicht auch? Wenn nein – warum zur hölle nicht? tu es verdammt nochmal, das macht spaß!! ;-)
freiheiten geben und nehmen erschafft einen größeren spielraum für die beziehung und je größer der spielraum, desto besser die möglichkeit zur eigenen entfaltung. Eine beziehung darf keine fessel sein, darum musst du zu allererst die fesseln abstreifen, mit denen du dich selbst an deinen partner gekettet hast. Wenn DU eifersüchtig bist, bdedeutet das, dass DU mehr freiheit brauchst. Nimm dir soviel davon, dass du dein eigenes leben hast. Eine beziehung sollte nur das sahnehäubchen sein, nicht die grundessenz.


"Ich setze anderen Männern ja auch Grenzen, in dem ich mich wegdrehe sobald einer mich anflirtet..."
Tu das nicht. Und schon gar nicht aus "respekt gegenüber deinem partner". Flirten ist absolut ok! Wenn es dir spaß macht, schadet es nicht der beziehung. Flirten bedeutet längst nicht, dass man anschließend wilden hemmungslosen sex hat, sich verliebt und heiratet. Flirten bedeutet einfach nur, dass man ein paar schmeichelnde worte austauscht. Verschieb deine grenzen dorthin, versuch es mal :-).
was ist, wenn aus einem flirt mehr wird? Vielleicht wäre er es wert? Da wären wir wieder bei WERT! Was bist du dir selbst wert? Was ist dir die beziehung wert? Was ist dir dein spaß wert? Beengt dich deine moral, dein verantwortungsgefühl gegenüber der beziehung? Oder ist es liebe und zufriedenheit, die einen flirt nicht mehr werden lässt? Es sollte liebe und zufriedenheit sein. Wenn es das nicht ist, dann ist die beziehung auf jeden fall eigentlich weniger wert als du ihr an wert zusprichst.

"Meine damalige Verhaltenstherapeutin meinte, dass ich aus Situationen aussteigen soll (z.B. 1 Std. spazieren gehen, bei m. Eltern übernachten,...), damit ich runterkomme. (...)" Die analytische Therapeutin meinte dass die analytische Therapie komplett anders sei (...). Laut ihr dürfte ich nicht aus der Situation aussteigen (1 Std. Abstand zu m. Freund) oder mich drücken (z.B. ich soll nicht nach Hause fahren, wenn ich eine Tussi nicht leiden kann und ihn allein dortlassen), sondern müsste den Schmerz aushalten lernen, ohne dass ich meinem Freund davon erzähle/ihn belaste. "

die erste strategie, erstmal rauszugehen aus der situation ist kein widerspruch zu der neuen strategie. Den schmerz aushalten musst du sowieso, ob du nun in der situatíon bleibst oder nicht. Eifersucht musst du am ende immer mit dir ganz allein selbst aushandeln, dein freund kann dir dabei wenig helfen. Es ist richtig, ihn nicht mit aggressionen zu belasten, denn das bringt nichts. Das erzieht ihn nicht, dass lindert nicht deinen schmerz, es macht alles nur kompliziert. Dem ausrasten kannst du vielleicht aus dem weg gehen, indem du kurzzeitig die situation verlässt, aber du musst ja nicht gleich bei deinen eltern übernachten, vielleicht einfach eine rauchen oder kurz aufs klo gehen. Akute heftige emotionen sind besser erstmal runterkochen zu lassen, das stimmt, aber gib ihnen nicht so viel raum. etwas ertragen und aushalten müssen ist auch sehr wichtig. Abhauen aus situationen fördert im prinzip nur, sich von diesen attacken überwältigen zu lassen, die kontrolle an den impuls abzugeben. Das ist nicht der richtige weg, sich selbst zu beherrschen. Vertrau auch mal einem neuen, ungewohnten therapieansatz, mach mit, auch wenn es dir zuerst widerstrebt. Es ist sehr hilfreich, alte kreisläufe zu durchbrechen!


siehe auch: Umgang mit Emotionen bei den Übungen zur inneren Achtsamkeit

Liste, was zu tun ist nach einem Ausraster

auch wenn du dich jetzt befreit fühlst – die sache ist noch nicht vom tisch! sie schwächt dich vermutlich nachhaltig bzw. kann weitere ausbrüche nach sich ziehen, wenn du nicht alles genau überlegst: - wie konnte es dazu kommen? – was hast du falsch gemacht und wo liegt die schuld bei anderen? – meist ist es 50/50

– analysier die ganze situation und die tage davor. ließ die liste zur vorbeugung und hole nach, was du nicht getan hast

das gute daran, dass du ausgerastet bist, ist: der staudamm ist offen, die bombe ist geplatzt – jetzt kann es weitergehen. jetzt musst du langsam wieder hochkommen, kräfte sammeln, dich aussöhnen. du weißt, dass du die kraft hast!

auch, wenn du dir jetzt erstmal riesige selbstvorwürfe machst, der streit noch nicht geklärt ist, jemand den du verletzt hast, nicht ansprechbar ist, kurz: die ganze sache zwar nicht mehr explodiert, aber noch scheiße heiß ist: mach ne pause! du kannst nicht alles sofort lösen, nicht immer! kräfte sammeln braucht ein bisschen zeit!

komm erstmal wieder unter bzw wieder hoch, schlafe, guck fern (irgendwas banales), iss was, rauche, lenk dich ab, mach nichts, was stresst, nichts, was du erledigen musst, was dich unter druck setzt – das ist jetzt alles erstmal scheiß egal! DU bist jetzt wichtig! das hat auch nichts mit egoismus zu tun, du BRAUCHST ganz dringend zeit für dich selbst, sonst wärst du ja nicht so tief gefallen. hab kein schlechtes gewissen, wenn du jetzt faul bist, mach keine hektik, nur weil du meinst, du hättest es nicht verdient, dich jetzt auszuruhen – nimm dir diemzeit, die duch brauchst, egal, ob du deswegen was verpasst!

gib demjenigen, den du verletzt hast genau die gleiche chance runterzukommen, geh aber davon aus, dass er evtl mehr zeit braucht als du!

in deinem kopf hallt bestimmt noch nach, was derjenige zuletzt gesagt hat. bestimmt etwas voll gemeines, was er aber nicht so gemeint hätte, wäre er nicht so in rage gewesen! (auch wenn manche dickköpfe es dann nicht zugeben). unter normalen umständen hätte er es anders gesagt und du hättest es auch anders aufgefasst. lass dir davon nicht den rest geben!
sei jetzt vorsichtig mit dir selbst und anderen. lass dich nicht provozieren und denk immer daran, dass sich der andere wahrscheinlich genauso scheiße fühlt wie du, es vielleicht nur anders zeigt. sei lieb zu dir und anderen und wenn andere nicht lieb zu dir sind, dann sag ihnen, dass es dir genauso geht wie ihnen und keiner jetzt lust darauf haben sollte, weitere fehler zu machen.

prinzip: flamingomops. nach 2,3 stunden ist die wut vielleicht schon so weit abgeklungen, dass der andere wieder aufnahmefähig ist für eine kleine liebevolle, optimistische geste von dir – gib anderen das gefühl, dass du sie trotzdem lieb hast und sie keine totalen versager sind. erwarte aber nicht, dass sofort eine liebe gegenreaktion kommt, manche eingeschnappten leberwürste brauchen doch noch etwas länger um auszuschnappen. wichtig ist erstmal nur, dass du deine friedensbotschaft vermittelt hast. sie ist garantiert angekommen, darauf kannst du dich verlassen! manche sind nur zu stur, auch die weiße fahne zu schwenken oder wissen, dass sie noch nicht unwütend genug sind, um etwas nettes zu erwidern -> damit schützen sie dich doch auch gleichzeitig wieder. und weil du so lieb warst, kannst du da auf ne antwort warten, die nicht böse sein kann und die nicht auf ner unangenehmen sache beruht. ist doch schön, ne?

Liste zur Vorbeugung fieser, autoaggressiver Ausraster aufgrund aufgestauter, unverarbeiteter Gefühle

geh erstmal eine rauchen, das ist besser als alles andere schädliche, das dir jetzt einfällt. denn sicher ließt du diese liste erst, wenn du schon kurz vorm explodieren bist.
boa ja, kein bock auf friedensgeschwafel... bla bla blah!!!!
was du dir jetzt unbedingt einprägen musst, ist: nimm dir immer zeit für deine eigenen Probleme. am besten jeden tag. nimm dir ein halbes stündchen, mach dir nen tee und denke über alles nach, was dich belastet. es sind meist die kleinen dinge, die sich anhäufen und dann genügt ein kleiner tropfen und das fass...
keine deiner gefühle verschwinden, wenn du sie für lächerlich hältst und damit abspeist. nimm dir auch für die unlogischen zeit und für die, die du dachtest, geklärt zu haben
auch eine menge aufgestauter positiver gefühle können dich frustrieren und belasten, wenn du sie nicht verarbeitest. nimm dir die zeit, davon zu zehren, jeden abend vor dem einschlafen. lass deine positiven gefühle raus, teile sie mit jemandem, am besten mit den menschen, die dir immer beistehen, wenns dir scheiße geht. und wenn du dich auf etwas freust und deswegen aufgeregt bist, dann sag es jemandem.



du hast dich auf etwas gefreut und es kam ganz anders, als du dachtest und jetzt wirst du ständig enttäuscht?

wichtig ist, dass du fähig bist, dich auf etwas zu freuen. das war mal nicht selbstverständlich für dich. dein altes motto: erwarte nichts, dann wirst du auch nicht enttäuscht... dass war kacke, weil du überhaupt nicht mehr dran geglaubt hast, dass dir dann noch was schönes passieren könnte
sag offen, warum du enttäuscht bist. sag, was du dir erhofft hast und wie es dir jetzt geht – aber besser wär gewesen, wenn du vorher gesagt hättest, was du willst, denn jetzt klingts wie nen vorwurf, obwohl andere gar keine schuld haben müssen – sie kommen nicht drauf, was du willst, sie wissen nicht, dass sie dich verletzen, wenn sie nicht wissen, was du denkst. sag es nochmal, wenn sie es nicht raffen, aber renn nicht weg und bedaure dich, dass du soo einsam bist!
wenn du merkst, dass dich eine kleinigkeit fertigmacht, dann denk mal genau nach, was du in letzter zeit alles unterdrückt hast. die kleinigkeit ist garantiert nicht das problem, sondern das ganze vorher drumrum!
wenn eine große sache passiert ist, muss das nicht die monokausale ursache für deine zerbrechlichkeit jetzt sein. sie schwächt dich nur schon über einige zeit, sodann jetzt kleinigkeiten eine chance haben, dich zu beeinflussen. MEIST ERKENNST DU DIESE ZUSAMMENHÄNGE GAR NICHT! suche diese kleinigkeiten! auch alltägliche dinge, die dich sonst nicht besonders jucken, können jetzt extrem nerven.

sei in höchster achtung bei suizidgedanken! sie kommen nicht einfach so und sind nicht auf die leichte schulter zu nehmen, auch wenn du sie früher gewohnt warst – jetzt sind sie nicht mehr alltäglich, sollten es jedenfalls nicht sein, darum sei vorsichtig! alte denkgewohnheiten haben dir früher sehr geschadet, vergiss das nicht! das war ne kackzeit manchmal! du hast ihnen vertraut und sie laufen lassen, was dazu geführt hat, dass du regelmäßg ausgetickt bist. sie sind dir auch jetzt noch vertraut, sobald sie sich eingeschlichen haben und wenn du das nicht erkennst und nichts dagegen unternimmst, werden sie dir die kontrolle nehmen! du musst ein anderes denkschema wählen und üben! das geht nur in situationen wie jetzt, darum pack es an, wenn du reinrutschst! AUCH WENN DU ABSOLUT KEINEN BOCK DARAUF HAST!!!!!!

gedanken die dich alarmieren müssen:


du bist auf der straße und willst dich vor ein auto werfen
du willst von irgenwo oben runterspringen
du willst schneiden
du willst was kaputtmachen
du willst einem menschen wehtun
du fragst dich, was das leben für einen sinn hat
du denkst, dass alle dich hassen und du nur unglück bringst

Lösungsansätze
rede mit jemandem darüber, offen und ehrlich aber nicht grade mit personen, die das total verletzt, dass du so denkst
überleg ganz genau die vielfältigsten ursachen für deine gedanken, schreib sie auf
sei dir bewusst, dass sie anzeichen sind für einen großen ausraster – dein gehirn warnt dich! nimm das ernst!
ausrasten bringt nichts! es gibt eine million bessere wege, probleme zu lösen! finde einen davon und du bist schon ein stück weiter! andere zu verletzen ist das selbe wie dich zu verletzen – und umgekehrt!

akute heftige negative Gefühle

2.8.06/ 3.2.07


Steiger dich nicht rein in deine gefühle! das bedeutet doch nicht, dass du sie unterdrückst! Lass akute launen ruhen, sei dann allein und denke 1 stunde oder so an was anderes, lenk dich ab! Ruf niemanden an, geh nicht online, schreib keine sms – jedes wort kann jetzt das falsche sein und es tut dir am ende leid, wenn du mist gebaut hast und es wieder ausbügeln musst! Das ist viel schwerer, als wenn du jetzt einfach die klappe hältst und dich zusammenreißt!

Akzeptiere, dass andere auch schwach sind und nicht alles ertragen können was du ihnen antust. Und wenn es jetzt akut dein ziel ist, andere zu verletzen, schadest du dir am ende nur selbst!

Nimmst du grad medikamente, die irgendwas blödes als nebenwirkungen haben?

Du befindest dich sehr oft in „krisensituationen“ und noch nie bist du dran gestorben – erwarte also nicht, dass sich jemand jetzt davon überzeugt ist, dir das leben „schon wieder“ retten zu müssen – das kannst nur DU selbst, in dem du dich wieder beruhigst

du willst nicht, dass dich jemand verletzt? Du hast angst davor? Dann tu nichts, was andere dazu bringen könnte, dich zu verlassen! Und nerve nicht mit dieser angst!

Jemand hat dir schon in der 4. klasse gesagt: „man soll niemals in der wut entscheiden.“ Und seit dem immer recht behalten!

Wenn du dich wütend, traurig fühlst, weil ein freund dich verletzt hat (mit diesen banalen sachen wie immer – nicht zurückgeklingelt oder ein unbedachtes wort gesagt...) dann denke mal an genau das gegenteil und schreibe – wenn du kontrolle hast – eine kurze sms, in der nur steht, dass du sehr glücklich bist ihn zu haben und ihn total lieb hast. Darauf wirst du später stolz sein und erleichtert, dass du keinen streit provoziert bzw. ihn verletzt hast. Gute worte lindern schmerzen viel besser als böse!

Wenn du eine bestimmte reaktion erwartet hast, die nicht gekommen ist (kein hdl in der sms...) – dann mach dir keine gedanken! Er hat dich lieb, das weißt du! Auch wenn er es dir nicht ständig sagt! Andere menschen sind auch nicht immer guter laune, sind auch mal wütend, aber das hat doch nichts mit dir zu tun und ändert nicht, dass er dich lieb hat!

Durchbreche den kreis und tu etwas, was deinen gefühlen total widerspricht. Z.b schreibe eine lustige geschichte. Deine gefühle sind pure inspiration und du kannst sie in jede beliebige richtung lenken! Tobe sie aus in positiven oder nützlichen dingen. Wenn du das gefühlt hast, du musst etwas zerstören – dann erschaffe etwas.

Höre eine hörspielkassette und räum dein zimmer auf – dein zimmer ist deine seele. Ordne etwas, wisch staub, räume auf, denn das alles tust du dann auch im kopf!

DU SCHAFFST DAS!!!!!



Ausbrüche in der Partnerschaft
24.10.2006

Vorbeugen!!! Wenn du merkst, es brodelt, dann hat es sich bewährt, erstmal ruhig durchzuatmen, man soll niemals in der Wut entscheiden! Mach erstmal etwas, was ganz entgegen deiner Stimmung ist. Wenn du deinem Partner sagen willst, dass er das größte Dreckstück ist, was dir je begegnet ist und du eigentlich WEISST, dass er grade gar nichts verbrochen hat und einfach nur unschuldiges Opfer deiner Laune wäre, dann sage ihm, dass du ihn lieb hast, auf jeden Fall etwas, was dir später nicht leid tun muss.
Wenn du dich etwas beruhigt hast und etwas gefasster bist, kannst du viel besser mit ihm darüber reden, was dich wütend gemacht hat.
Wenn es an ihm lag, dass es dir scheiße ging, aber es eigentlich nur eine Lapalie war, dann mecker ihn nicht voll, aber lass es auch nicht ganz unter den Tisch fallen. Sag was du willst, von allein kommt er nicht drauf. Sag, was dir wehtut, aber dramtisiere es nicht. Gib ihm nicht das Gefühl, er müsste jetzt deine Probleme lösen. Und fordere nicht mehr ein, als er geben kann, du musst nicht immer gewinnen, du bist nicht nur groß, wenn der andere verliert.
nur ein streit, den beide verloren haben, ist ein gewonnener streit!
Sag deinem Partner immer, was er richtig macht, lobe ihn oft und halt ihm nicht nur seine schwächen vor

„ Von seiner Seite kommt ja nichts! Ich will, dass er mir nicht nur SAGT, dass er mich lieb hat, sondern es auch zeigt! Mit ganz viel Eigeninitiative und Kreativität, so wie ich!!! ICH gebe und nehme – und er? Er nimmt nicht zur Kenntnis, was ich ihm alles gebe und gibt auch nicht, sondern lässt es sich nehmen und ist davon genervt!!!“
- ganz typische Gedanken, die einen ständig ärgern. Aber auch darüber lässt sich reden.




Gedankenstopp


Das Prinzip des Gesankenstopps klingt einfacher als es ist, ist aber nicht so schwer, wie man es sich vorstellt.

Wer von uns, kennt das nicht: die Gedanken routieren und routieren, legen alles andere lahm. Wir brauchen ein Stoppschild vor dem Kollaps. Wir "bauen" es uns selbst.
In situationen wie der oben beschriebenen hilft es vielen, sich aus dem gedankenkarussel zu befreien, indem sie laut "STOPP" sagen. Um es zu verstärken: Stopp sagen, aufstehen. Dann können skills folgen, die individuell sehr verschieden sind und einfach ausprobiert werden müssen. Ich zum beispiel überlege mit spontan etwas wie beim stadt,land,fluss-spiel. Ich sage "Stopp", stehe auf und sage laut, "tiere mit f" und versuche so schnell wie möglich 10 stück zu finden. Dann "berufe mit g" ... und so weiter. Ich kenne menschen, die sich dann ein blatt papier vornehmen und 20 stoppschilder malen, oder das geld in ihrem portemonaie zählen, 3 mal im kreis gehen und einen handstand machen...
völlig egal. Das prinzip ist, sich, auch wenn es nur für kurze zeit ist, sich aus der spirale rauszureißen. Natürlich sind damit die gedanken nicht verflogen, den zustand der permanenten ablenkung von den gedanken kann man damit nicht erreichen. Aber das ist auch nicht das ziel. Das gedankenkarussel dreht sich für ein paar augenblicke nicht weiter und die gedanken können nicht direkt anknüpfen. Wir unterbrechen aktiv, dass uns unsere gedanken lahmlegen. Dadurch ist es möglich, stück für stück mehr kontrolle über sich selbst zu gewinnen.
Das ganze ist eine übungssache. Also nicht enttäuscht sein oder verzweifelt, wenn es zuerst nicht funktioniert und man sich einfach erstmal nur dämlich vorkommt.
Ich habe von leuten gehört, die das sehr gut verinnerlicht haben und es auch funktioniert ohne, es laut auszusprechen oder eine bewegung dazu zu machen. Manche haben diese übung darauf reduzieren können, dass sie den gedankenstopp einleiten, in dem sie zB kurz ihren kettenanhänger greifen.

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